"Ich habe nicht verkrampft auf ein sehr gutes Abi hingearbeitet, sondern in jeder Situation mein Bestes gegeben", erklärt Sandra Baumann, die im Abitur am Gymnasium Höchstadt die meisten Punkte sammeln konnte. Auch ihre Mitschüler David Kleineisel und Lena Rauh glänzen mit einem Schnitt von 1,0.
Noch zu Beginn der Oberstufe hielt David diesen Schnitt für unmöglich. Obwohl schon damals bei ihm eine eins vor dem Komma stand, war er der Meinung, dass die Noten in der stressigen Oberstufe schlechter würden. Die konsequente Verbesserung seiner Leistungen bis zum Traumabitur belehrte ihn eines Besseren.


Die 1,0 rückte immer näher

Auch für Lena und Sandra hat sich die Möglichkeit für die Bestnote immer mehr herauskristallisiert. Ihnen war es aber wichtig, sich nicht auf dieses Ziel zu versteifen. "Ich wollte mich nicht unter Druck setzten", erklärt Lena. "Ich habe nicht nach jedem halben Jahr die Punkte gezählt und ausgerechnet, in welchem Fach ich noch wie viele brauche."
Auch das Lernen auf das Abitur teilten sich die drei so ein, dass der Stress noch gut zu bewältigen war. Besonders für Mathe haben sie frühzeitig mit der Vorbereitung angefangen. Die Aufgaben, durch die sie sich im Matheabitur beißen mussten, waren kniffliger als gedacht. "Auch die Lehrer haben nicht damit gerechnet, dass derart schwierige Aufgaben gestellt werden", berichtet David. Auch Deutsch und das dritte schriftliche Abiturfach konnten sie mit herausragenden Leistungen meistern.
Bis zu den zwei mündlichen Prüfungen, den Kolloquien, hatten sie ein paar Wochen Zeit, um sich vorzubereiten und erst einmal durchzuschnaufen. "Bei mir war nach den schriftlichen erstmal die Luft raus", berichtet Sandra. "Ich habe mir ein paar Tage Erholung gegönnt. Ein guter Ausgleich zum Lernen sind für mich auch der Sport und die Musik. Wenn man sich auspowert oder mal etwas ganz anderes gemacht, kann man sich anschließend viel besser konzentrieren."
Auch den anderen beiden war es wichtig, den vollgepackten Kopf zwischendurch mal freizubekommen. David engagierte sich weiterhin bei der Feuerwehr und Lena traf sich gern mit Freunden. "Ich hätte die Abizeit noch stressiger und das Lernen noch schlimmer eingeschätzt", sagt Lena. "Irgendwann erreicht man einen Punkt, an dem man einfach nicht noch mehr lernen kann."


Andere Voraussetzungen

Vor den mündlichen Prüfungen war die Aufregung nochmal groß. Während die drei schriftliche Leistungsnachweise aus den vorherigen Schuljahren gewöhnt waren, stellten die Kolloquien eine Form der Wissensabfrage dar, der sie sich noch nie vorher stellen mussten. "Wir konnten vorher nicht einschätzen, was uns wirklich erwartet", erklärt Lena. Dennoch meisterten die drei Höchstadter Gymnasiasten auch diese Herausforderung und schließlich ihre gesamte Schulzeit mit Bravour.
Besonders die tägliche Gemeinschaft mit ihren Freunden werden sie vermissen. "Es ist schade, dass sich die Wege trennen und jeder woanders hingeht", bedauert David. "Ich kann mir schon vorstellen, nicht mehr in die Schule zu gehen, aber ich kann mir nicht vorstellen, wie es jetzt danach werden wird", sagt Sandra.
Trotzdem hat sie einen Plan, in welche Richtung sie nun weitergehen wird. Sie möchte direkt in ein internationales Managementstudium einsteigen. "Wirtschaft und Sprachen haben mir in der Schule schon Freude bereitet. Außerdem möchte ich gern reisen, das ist auch im Studium vorgesehen", erklärt sie.


Erfahrungen sammeln

David möchte erst in einem Jahr sein Studium im Bereich Maschinenbau beginnen. Vorher möchte er Erfahrungen im Ausland sammeln. "Wohin genau, weiß ich noch nicht, vielleicht nach Kanada, dort kann ich meine Französischkenntnisse festigen", erläutert er.
Lena plant ein Studium der Psychologie und möchte vorher noch ein Jahr ins Ausland. In Padua wird sie in einem Freiwilligendienst ein Jahr körperlich Behinderte in ihrem Alltag unterstützen und ihre Italienischkenntnisse verbessern. Das war für sie auch ein Antrieb, für ihr Italienisch-Abi zu lernen: "Es geht leichter, wenn man weiß, wofür man lernt und ein Ziel vor Augen hat."
Nun haben die drei es schwarz auf weiß, dass ihre Schulzeit zu Ende ist. Richtig realisieren können sie es trotzdem noch nicht.