Die Mitarbeiter des Kulmbacher Tierheims haben beschlossen, die Kosten für das Einfangen des Ziegenbocks Hansi zu übernehmen. Wie Leiterin Carina Wittmann erklärte, werde man dafür auf die "eiserne Reserve" zurückgreifen.

"Es ist momentan eine schwere Zeit. Jeder hat Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus oder vor den Langzeit-Auswirkungen der Pandemie auf den eigenen Geldbeutel. Und so stoßen auch viele Tierschutzvereine und private Tierschützer an ihre Grenzen." So heißt ein Facebook-Eintrag des Kulmbacher Tierheims am Donnerstag vergangener Woche. Am Vortag habe man von der Geschichte des Ziegenbocks Hansi erfahren, der im März ausgebüxt war und seither in einem Waldstück bei Sanspareil umherstreifte. Wie berichtet, hatten private Tierschützer aus dem Kulmbacher Raum eine Fangaktion organisiert und ein neues Zuhause für Hansi gefunden. Unterstützt wurden sie durch einen Tierarzt, der den Ziegenbock fachmännisch betäubte. Die Aktion kostet zwischen 300 und 400 Euro.

"Wir haben uns Gedanken gemacht und einstimmig beschlossen, dass wir diese Kosten übernehmen wollen", so Wittmann auf Rückfrage der BR. Der Notgroschen sollte eigentlich nächstes Jahr für Ausbesserungsarbeiten im Hundefreilauf und Reparaturen am Zaun verwendet werden. "Man muss aber da helfen, wo es aktuell am nötigsten ist", so die Tierheimleiterin. Man wolle einfach den privaten Tierschützern eine Last von den Schultern nehmen. Auf der Facebook-Seite schreibt die Tierheimleitung: "Wir wünschen Hansi eine wunderschöne Zukunft in seinem neuen Zuhause." alo