Bernhard Panzer Weil die Stadt am Schaefflerberg Tempo 30 eingeführt hat, ohne den Stadtrat zu informieren, richtete die CSU nun eine Anfrage an den Bauausschuss. Warum überhaupt, und warum so schnell, wollte man wissen.

Bürgermeister German Hacker und Bauamtsmitarbeiter Thomas Nehr gaben Antwort. Der Grund für die Maßnahme ist darin zu sehen, dass das Unternehmen Schaeffler den ehemaligen Adidas-Gebäudekomplex auf der gegenüberliegenden Straßenseite gekauft hat und zurzeit umbaut. Wie Hacker ausführte, sollen dort bis zu eintausend Schaeffler-Mitarbeiter künftig ihren Arbeitsplatz haben. Außerdem sei eine Kantine in dem Gebäude vorgesehen, ergänzte Nehr. Faktisch sei das neue Haus als Teil des Schaeffler-Werksgeländes zu betrachten. Dazwischen aber liegt die Straße, die überquert werden muss. Deshalb habe man Tempo 30 angeordnet, sagte der Verkehrsexperte im Rathaus. Nehr: "Ich hab die Wahl zwischen Tempo 30 oder nichts". Hier sei eine solche Maßnahme begründbar.

Andere Straßen fallen durch

CSU-Stadtrat Christian Polster hatte kritisiert, dass es in der Stadt ganz andere Stellen gebe, bei denen ein solches Tempolimit nicht geklappt hätte, beispielsweise auch an Seniorenheimen oder Schulen. "Das verstehen die Bürger nicht", sagte er.

Am Buck respektive am Schaefflerberg handelt es sich um eine Gemeindestraße, erklärte Nehr. Deshalb könne die Stadt das auch selbst entscheiden. An anderen Stellen wäre oft der Kreis als Entscheider gefragt.

Konrad Körner (CSU/JU) hielt die Maßnahme für nicht gerechtfertigt. Zahlreiche Schaeffler-Mitarbeiter begeben sich mittags in die Stadt und queren auch "normale" Straßen. Außerdem sei der Buck-Straßenzug eine Erschließungsstraße für den ganzen Süden. Renate Schroff (SPD) meinte, dass viele Straßen Tempo 30 vertragen würden und äußerte sich zuversichtlich, dass sich da in der Zukunft auch was ändern werde.