Vier Kampfsportler aus Ebersdorf bei Coburg und einer aus dem Landkreis Kronach haben in München vor einer internationalen Jury mit Erfolg, verschiedene hohe Prüfungen nach dem "Wushu Duanwei Prüfungssystem" absolviert. Zu ihnen gehörte der Teuschnitzer Horst Scherbel-Griesmeyer.
Wushu ist der Oberbegriff für alle chinesischen Kampfkünste wie TaiChi und KungFu. Taiji (Tai Chi) ist eine Bewegungskunst, die in jedem Alter und mit jeder körperlichen Konstitution erlernt werden kann und bei welcher der gesundheitliche und der meditative Aspekt im Vordergrund stehen. Das Duanwei- System ist für jedermann geeignet. Alle haben hier die Möglichkeit, ihr Wissen und Können zu erweitern und von neutraler Stelle beurteilen zu lassen.


Stufen 1 und 4 erreicht

Die Prüflinge Walter Hegner, Michael Ertel und Stephanie Sille (Ebersdorf) sowie Horst Scherbel-Griesmeyer bestanden die Stufe 1 dieser erstmals in Deutschland abgenommenen Graduierungsprüfung. Ina Packert, zweifache Weltmeisterin und Meisterschülerin von Sun Jianguo, erreichte die Stufe 4. Sie ist Leiterin der Schule für Harmonie in Ebersdorf, in der die anderen Sportler ausgebildet werden. Sie alle lieben die positiven Effekte von Tai Chi auf Körper und Geist und erleben immer mehr Zuspruch von Gleichgesinnten.
Horst Scherbel-Griesmeyer und Ina Packert erklären, worauf es ankommt. "Weiß, gelb, grün, blau, rot, braun, schwarz - die Farbenpracht des Karate- oder Taekwondo-Gürtelsystems galt unter Wushu-Praktizierenden immer schon eher etwas befremdlich. Im Gegensatz zu den japanischen und koreanischen Kampfkunst-Kollegen ist der Ausbildungsweg für einen Schüler des chinesischen Wushu ganz geradlinig: Er ist Schüler und bleibt das auch zeitlebens vor seinem Meister, kann aber auch selbst nach jahrelangem, mühevollem Training, das die Chinesen mit 'Bitternis essen' (chi ku) umschreiben, irgendwann die Meisterstufe erreichen."
Prüfungsinhalt für Yangstil- Tai Chi waren eine Einzelform, eine Partnerform und allgemeines Wushu-Grundwissen. Die Partnerform ist eine Kampfkunst, bei der die innere Kraft (neijin) eine zentrale Rolle spielt und bei der man mit weichen, elastischen, geschmeidigen und runden Bewegungen die Kraft des Gegners auflöst.
Die positiven Effekte von Tai Chi auf Körper, Gesundheit und chronische Krankheiten stehen bei den Tai-Chi-Übenden im Vordergrund. Dennoch steht im Hintergrund jeder Bewegung eine Kampfhandlung, was zum vollständigen Erlernen dieses Gesundheitssportes von großer Wichtigkeit ist. Es findet aber kein Sparring statt. Auch die Partnerformen zeichnen sich durch Sanftheit und Ruhe aus.
Der Verein der erfolgreichen Sportler aus der Region heißt Youhao Wushu Coburg, die Schule heißt "Schule für Harmonie". Geübt wird in Gruppen in Pressig, Teuschnitz, Ludwigsstadt und Ebersdorf bei Coburg oder im individuellen Einzelunterricht.
Ansprechpartner sind im Raum Coburg Ina Packert (Tel. 0163/1860337) und in Kronach Horst Scherbel-Griesmeyer (0170/3266453). Da sich immer mehr Menschen für diese Sportarten interessieren, werden noch Hallen für Übungszwecke im Landkreis Kronach gesucht. eh