Die jüngste Sitzung des Mitwitzer Marktgemeinderats drehte sich im öffentlichen Teil vor allem um die Installation einer Photovoltaik (PV)-Anlage auf dem Dach des Kinderhorts. Ob man in diesem Punkt eine politische oder eine wirtschaftliche Entscheidung fälle, war in den Augen von Energieberater Frank Berlips der Dreh- und Angelpunkt. Fasst man seine Power-Point-Präsentation zusammen, dann lautete seine Empfehlung: "Wenn Sie sich entschließen, eine PV-Anlage auf dem Dach des Kinderhorts zu installieren, dann würde ich zu einer kleineren raten. Eine große macht nach meiner Meinung keinen Sinn."

Und so kam es dann auch. Der Beschluss umfasste den Auftrag zur Planung einer Anlage mit rund 10 kWp - die in der Photovoltaik gebräuchliche Abkürzung kWp steht für das Leistungsmaß Kilowatt-Peak. Es gibt an, welche Höchstleistung in Kilowatt (kW) eine Photovoltaikanlage erbringen kann.

300 Euro jährliche Ersparnis

Vor der Beschlussfassung fasste Berlips die Rahmenbedingungen und Grundlagen zusammen und anschließend wurde das Für und Wider im Gremium rege diskutiert. Berlips plädierte vor allem für eine kleinere Ausführung, "weil der Verbrauch im Sommer weniger wird, hier erzeugt man aber die meiste Energie." Und für den Verbrauch würden zehn kWp durchaus ausreichen, versicherte er. Den Überschuss ins Netz einzuspeisen, lohne sich in einem Wohngebiet nicht wirklich. Da gäbe es ohnehin schon PV-Anlagen, die einspeisen, und man müsse eher aufpassen, dass keine "Stromspitzen" entstünden, die unter Umständen dazu führen könnten, das Netz zum Erliegen zu bringen. "Das wäre gefährlich, denn der viele Strom muss ja irgendwo hin." Eine kleine Anlage sei so berechnet, dass sie jährlich rund 300 Euro Stromkosten einspare und sich nach ungefähr zehn Jahren amortisiere.

Beleuchtet wurde die Situation von einigen Gemeinderäten. So argumentierte Jürgen Kern (SPD) zum Beispiel: "Ich bin ja prinzipiell für PV-Anlagen. Ob sie aber hier wirtschaftlich Sinn macht, weiß ich nicht. Der Hort wird ja vor allem eh nur am Nachmittag genutzt und das Geld für die Anlage muss komplett aufgenommen werden. Vielleicht ändern sich ja aber irgendwann die Rahmenbedingungen, dann kann man ja noch einmal neu darüber nachdenken. Das Geld sollte man lieber woanders investieren."

Ralf Heidelberger aus der CSU-Fraktion verwies einerseits auf den günstigen Zinssatz bei den Banken, andererseits betonte er, dass es sich hier um eine reine Wirtschaftlichkeitsberechnung handle. "Wer, wenn nicht die öffentlich Hand, soll vorangehen, um etwas für die Allgemeinheit zu tun."

Siegmund Katholing von den Freien Wählern fragte nach, ob man nicht einen Speicher einplanen könne, um weniger einspeisen zu müssen. Dieses Argument griff Berlips auf und meinte: "Leider kann man den Strom, der im Sommer zu viel erzeugt wird, nicht erst im Winter verbrauchen. Man kann nur den Morgenstrom speichern, um ihn am Abend zu nutzen, vielleicht für die Beleuchtung oder ähnliches." Eine größere Anlage würde sich in seinen Augen nur dann rechnen, wenn eine Klimaanlage für den Hort geplant sei. "Dann erzeuge ich die Energie da, wo ich sie auch brauche." Katholing wies anschließend noch darauf hin, dass man als Gemeinde "vorbildlich arbeiten und Privatleuten als Vorbild dienen soll".

Flurerneuerung in der Endphase

Des Weiteren wurden in der Sitzung gemeinschaftliche und öffentliche Anlagen im Rahmen der Flurneuordnung und Dorferneuerung Neundorf-Schwärzdorf neu gewidmet. Bürgermeister Oliver Plewa (CSU) meinte hierzu: "Dem Marktgemeinderat liegt eine Aufstellung des Amtes für ländliche Entwicklung Bamberg für die von der Teilnehmergemeinschaft Neundorf-Schwärzdorf erstellten gemeinschaftlichen und öffentlichen Anlagen vor. Dazu gehören Straßen, Wege, Gewässer und dergleichen." Hiermit werde die jahrelange Flurneuordnung zu einem Ende gebracht, betonte auch Geschäftsstellenleiter Stephan Urban.

Eine Befreiung vom Bebauungsplan gab es für ein Ehepaar, das auf seinem Grundstück in Mitwitz eine Beton-Fertiggarage errichten möchte. Hier würden die Grenzen nur ganz geringfügig überschritten und das sei durchaus rechtskonform.