"Die Leute finanzieren ihren Lebenstraum!" Daher heißt Fedor Glinka, Geschäftsleiter der Gemeinde Pommersfelden, einen möglichst "offenen" Bebauungsplan gut, der Bauwerbern viele Gestaltungsmöglichkeiten lässt. Für Diskussion sorgte in der Bürgerversammlung das künftige Baugebiet "Kühtrieb II". Ein Anwohner der "Hinteren Schlossmauer" fürchtete, es könne in Pommersfelden ein Baugebiet wie die Adelsdorfer "Seeside" entstehen.

Dass Bürgermeister Hans Beck (Wählerblock Sambach) bei seinem Ausscheiden aus dem Amt 2020 (siehe Artikel oben) ein gut bestelltes Haus verlässt, zeigte sein Bericht, wie auch die Zahlen, die der Kämmerer vorlegte. Dennoch blies Beck in der Versammlung ordentlich der Wind ins Gesicht.

Dieser Bürger kritisierte die Festsetzungen des Bebauungsplans. Insbesondere biss er sich an den zulässigen vier Wohnungen pro Haus fest. "Wenn es einer drauf anlegt, können damit 36 Mietshäuser entstehen." Bei 36 Baugrundstücken mit je vier Wohnungen errechnete er 450 Einwohner.

Keine negativen Erfahrungen

"Baugrund ist wertvolles Land", entgegnete ihm Beck. Gleiche Festsetzungen wie im "Kühtrieb II" gebe es auch in den früheren Bebauungsplänen, ohne dass reihenweise Mietshäuser entstanden seien. Letztendlich sei es das Ratsgremium, das über den Verkauf eines Grundstücks entscheide. Auch Gemeinderäte mischten sich in die Diskussion ein. Das sei nur ein Angebot, das aber nicht jeder Bauwerber nutzen werde, sagte Gerd Dallner (FWG Steppach). Bei den Baugebieten in Sambach und Steppach habe man gute Erfahrungen damit gemacht.

Gegen die Kritik, es habe an Information gefehlt, wehrte sich Gemeinderat Markus Vogel (Bürgerblock Pommersfelden). Bei den Stammtischen der Wählergruppe sei das Baugebiet regelmäßig diskutiert worden. "Eine Bebauung wie in Adelsdorf würden wir auf keinen Fall mittragen." Vogel bat, keine derartigen Ängste zu schüren.

Eine Diskussion entstand auch mit den Eigentümern der an das künftige Baugebiet angrenzenden Schreinerei. Sie kritisieren, dass der Handwerksbetrieb nicht schon "vorab eingebunden" worden sei. Sie wollten die Bauplätze nicht verhindern, fordern aber, dass auf ihren seit 50 Jahren bestehenden Betrieb Rücksicht genommen werde. Der Lärmgutachter habe den Auftrag, auf die Inhaber zuzugehen, um deren Vorstellungen einzubringen, gab Glinka Bescheid.

Gerd Dallner fand "die negative Stimmung enttäuschend". Dabei sei allen daran gelegen, Pommersfelden positiv zu entwickeln. Manche Argumente gegen das Neubaugebiet seien "reine Verhinderungseinwände". Das koste Geld, das am Ende der Bauwerber zahlen müsse.

Thema war auch der Geh- und Radweg zwischen Steppach und Pommersfelden; speziell die Schranke an den Bahngleisen, die für Radfahrer und Kinderwagen eine Hürde darstelle. Ein Bürger aus Pommersfelden hatte Erkundigungen beim Radfahrerverband eingeholt und die Antwort erhalten, dass es möglich sei, dieses Hindernis wieder zu entfernen. see