Für eine kontroverse und längere Diskussion sorgte im Gemeinderat Wiesenthau der Antrag der Fraktion "Mensch-Heimat-Natur" (MHN), den alle vier Gemeinderäte dieser Fraktion unterschrieben haben. Christian Weisel, Holger Stöhr, Cornelia Siebenhaar und Simone Jodzek hatten ein Gesamtkonzept für die Neugestaltung des Pausenhofs der Grundschule Wiesenthau beantragt, das in den nächsten Monaten erstellt und umgesetzt werden soll.

Der Grund: Seit dem Entfernen der Bäume auf dem angrenzenden Grundstück zur Grundschule Wiesentthau gibt es im Sommer während den Pausen keine Beschattung mehr auf dem Schulhof, und außerdem sind die Spielgeräte und das Konzept des Pausenhofs überaltert. Eine zeitgemäße Neugestaltung des Pausenhofs unter Einbeziehung von Lehrern und Schülern sei daher notwendig, so die MHN-Räte.

Zweiter Bürgermeister Schüpferling wollte Bürgermeister Bernd Drummer damit beauftragen, dass er sich mit der Schulleitung und dem Elternbeirat in Verbindung setzt.

Otto Roppelt (BGW) hielt es für unnötig, Geld in eine Beschattung des Pausenhofs reinzustecken. Die Schüler hätten nur zweimal eine Viertelstunde Pause, in denen ihnen die Sonne gut täte. Außerdem steht alle Jahre auf dem Pausenhof ein Altar während der Fronleichnamsprozession und ein Pausenhof ohne Bäume und Spielgeräte biete sich gerade für das jährliche Schulfest an.

Cornelia Siebenhaar, die auch Elternbeiratsvorsitzende ist, widersprach Roppelt. Auch während der Betreuung in der Mittagszeit seien die Schüler lange Zeit auf dem Pausenhof und dadurch, dass nun die Bäume weg sind, stünden sie in der prallen Sonne. In den Pausen zu spielen, sei zudem wichtiger als einmal im Jahr eine Fronleichnamsprozession. Siebenhaar plädierte für ein sinnvolles Gesamtkonzept, das man zusammen mit den Lehrern, Schülern und dem Elternbeirat erarbeiten solle.

Silke Wolfrum (BGW) fand die Vorgehensweise falsch. "Nicht der Träger sollte auf die Schule zugehen, sondern die Schule auf den Träger", befand sie. Eine Beschattung hielt sie allerdings für sinnvoll. "Gibt es bayernweit ein Konzept?", fragte Wolfrum in die Runde.

Siebenhaar räumte daraufhin ein, dass man natürlich noch mit der Schulleitung sprechen müsse. Die Haltung im Elternbeirat sei zwar gemischt, aber nicht negativ, und es komme darauf an, was man machen möchte.

"Der Wunsch nach Veränderung des Pausenhofes ist da", betonte ihr Fraktionskollege Christian Weisel. Allerdings sei man "keine Berliner Zentralschule", und es müsse daher zunächst im Gemeinderat geklärt werden: "Was können wir uns leisten und was wollen wir uns leisten?"

Außerdem verändere sich Schule stetig. Die Kinder verbringen heute während der Nachmittagsbetreuung auch einen Teil ihrer Freizeit auf dem Pausenhof. Deshalb brauche es ein neues Konzept, weil das alte nicht mehr zeitgemäß sei.

Für Wolfrum sollte erst die Schulleitung zusammen mit dem Elternbeirat entscheiden, was gemacht werden soll. "Wir wollen erst wissen, ob sie das wollen", sagte Wolfrum. Siebenhaar erklärte, dass man sich bisher coronabedingt noch nicht habe treffen können.

"Die Beteiligten müssen erst miteinander sprechen und dann auf die Gemeinde zugehen und sagen, was gewünscht ist", findet Johannes Pieger (DGS). Dann könne ein Konzept erstellt werden, über das der Gemeinderat dann auch abstimmen kann. Für ihn war das im Vorfeld alles viel zu vage.

Bartosch gab ihm recht: Erst müsse man den Bedarf ermitteln. "Ich sehe das etwas anders", betonte Weisel. Denn Siebenhaar sei auch "Sprachrohr des Elternbeirats im Gemeinderat", der sich als Sachaufwandsträger erst überlegen müsse, ob er sich eine Neugestaltung vorstellen könne und dafür Geld in die Hand nehme.

"Wir haben der Schule noch nie Geld verweigert, diese Sorge ist daher nicht berechtigt", konterte Theobald Messingschlager (FW).

"Alle sollten sich erst Gedanken machen, was gewünscht wird. Denn es bringt nichts, über ungelegte Eier zu reden", meinte schließlich Schüpferling, der dann über seinen Beschlussvorschlag abstimmen ließ. Dieser wurde einstimmig angenommen.