Zwei neue Straßen-Sanierungsmaßnahmen stehen an, allerdings erst im Jahr 2021. Der Gemeinderat beschloss einstimmig bei seiner Sitzung am Montag eine Sanierung von Teilstrecken der Hallstraße mit 320 Metern und der Wiesenstraße mit 240 Metern. Das wird für die Gemeinde nicht billig werden. Die Gesamtkosten wurden auf 1,67 Millionen Euro geschätzt. Hinzu kommen Honorarkosten der Planer in Höhe von 155 000 Euro. Die Sanierung der Wiesenstraße erfolgt im zweiten Bauabschnitt nach Fertigstellung der Sanierung der Hallstraße.

Bei einer Kanalbefahrung mittels Kamera wurde zudem festgestellt, dass ein Großteil der Kanäle umfangreiche Schäden aufweist. Deshalb wurde ein kompletter Ersatzbau der Schmutz- und Regenwasserkanäle für sinnvoll erachtet. Hausanschlussleitungen sollten vor Baubeginn in Absprache mit den Grundstückseigentümern ebenfalls untersucht werden. Da diese Bauvorhaben für die Gemeinde nicht gerade billig sein werden, fragte Gemeinderat Walter Lorper (FB) nach deren Finanzierung. Bürgermeister Markus Mönch (parteilos) erwiderte, dass für die Anlieger keinesfalls Straßenausbau-Beiträge anfallen würden. Über die Finanzierung der Kanalbaumaßnahmen - Beiträge oder Gebühren - sei noch zu entscheiden.

"Wasser predigen und Wein trinken, das wollen wir nicht", stellte Bürgermeister Markus Mönch eingangs fest, als Frank Reißenweber vom Landratsamt Coburg über Artenschutz referierte. Die Gemeinde habe sehr viele Flächen, die gepflegt werden, und die Gemeinde möchte eine Vorbildfunktion der öffentlichen Hand einnehmen, so Mönch. Deshalb war sich das Gremium einig, ohne dass ein Beschluss darüber gefasst wurde, dass die Flächen vor Ort zusammen mit Reißenweber anzuschauen sind und deren Pflege zu besprechen ist. Ein daraus resultierendes Konzept soll dem Gemeinderat vorgelegt werden.

Auf das Gesetz einstellen

Auch wenn es, so Mönch, immer wieder zu Konflikten mit Bürgern wegen des Themas Mähen komme, sei es das Ziel der Gemeinde, aufgrund der kommenden Vorgaben nach dem Volksentscheid über Artenschutz auf gemeindeeigenen Flächen mit Nachdruck die Umsetzung des künftigen Gesetzes anzugehen.

Frank Reißenweber beschrieb ausführlich seine Vorstellung von Artenschutz. Demnach sollte eine Wiese, die dem Artenschutz diene, nicht öfter als zweimal im Jahr gemäht werden, dann möglichst mit einem Balkenmäher. Natürlich sollte diese Wiese nicht gedüngt werden. Insektizide seien natürlich ganz passé. Das Mähgut sei immer zu entfernen. Mulchen findet Reißenweber jedoch nicht so gut. Als Alternative zur Mahd könnte bei größeren Flächen auch eine extensive Beweidung infrage kommen. Reißenweber riss weiterführende Maßnahmen zum Artenschutz an, wobei er betonte: "Kein blinder Aktionismus."

Ich die Richtung Artenschutz ging auch ein dem Gemeinderat vorliegender Antrag von Volker Fleischmann. Um den Arten- und Insektenschwund zu stoppen, schlug er vor, die sogenannte Lichtverschmutzung zu stoppen. Als Beispiel nannte Fleischmann die Beleuchtung am Rad- und Fußweg nach Neuensorg, die die ganze Nacht brenne. Es gab im Gremium unterschiedliche Auffassungen. Mönch erklärte, die Technik für eine Abschaltung betrage bis zu 5000 Euro, während die jährliche Einsparung durch das Ausschalten der Beleuchtung nur maximal 1000 Euro bringe. Gemeinderat Michael Werner (SPD) warnte vor einer Einschränkung der Sicherheit für Bürger. Auch mit einer teilweisen Abschaltung auf Vorschlag Walter Lorper konnte sich niemand anfreunden, so dass zunächst kein Beschluss gefasst wurde.