Bei der Kasendorfer Feuerwehr muss sich etwas tun. Die Fahrzeughalle weist Schimmelbefall auf, die Wände sind feucht. Vor allem die Tatsache, dass dort auch die Einsatzkleidung lagert und sich die Aktiven umziehen, wurde bislang bemängelt. Am Mittwochabend wollte der Marktgemeinderat deshalb einen Anbau ans Gerätehaus beschließen - mit Umkleidebereich für 20 Personen.
Doch am Sitzungstag übermittelten die Verantwortlichen der Wehr der Marktgemeinde ein Schreiben, in dem sie sich einen Neubau wünschen.


Kosten: mindestens eine Million

Bürgermeister Bernd Steinhäuser (CSU) hat die Kosten überschlägig ermitteln lassen. Demzufolge würde ein Neubau - wie gewünscht mit vier Stellplätzen - mindestens 1,05 Millionen Euro verschlingen. Davon müssen rund 200 000 Euro Zuwendungen abgezogen werden, die Kosten für ein Grundstück kämen jedoch hinzu. Selbst die Kosten für einen Neubau ohne Schulungsraum liegen bei über 500 000 Euro. "Man kann in diesem Fall mit 150 000 Euro Zuschuss rechnen - bleiben also 383 000 Euro", rechnete der Bürgermeister vor.


Verweist auf Vorschriften

In dem Schreiben an die Gemeinde äußert die Feuerwehr Bedenken wegen der Vorschriften für Feuerwehrhäuser. So sei - auch nach einem Umbau - die Trennung in einen Schmutzbereich und einen reinen Bereich nicht gegeben. Außerdem bleibe die Fahrzeughalle zu klein, ebenso die geplante Herrenumkleide. Und zum Thema Schimmel und Feuchtigkeit wird angemerkt: "Es wird darum gebeten, dies amtlich prüfen zu lassen, um die Gesundheit der Einsatzkräfte zu gewährleisten."
Mit Blick auf eine künftig denkbare Zusammenarbeit, vielleicht sogar Zusammenlegung mit kleineren Wehren der Gemeinde sollte nach Ansicht der FFW Kasendorf alle geltenden Normen erfüllt und genug Platz zur Verfügung gestellt werden. Insgesamt seien deshalb vier Stellplätze notwendig.
Der Wehr schwebt vor, das Sozialgebäude klassisch zu bauen und die Halle in Schnellbauweise mit Stahlständerwerk und Sandwich-Panelen zu errichten, um Material- und Lohnkosten niedrig zu halten. Insgesamt kommt die Feuerwehr auf gerade einmal 500 500 Euro. Bei einer Förderung von 246 000 Euro würde sich für die Gemeinde ein Anteil von lediglich 254 000 Euro ergeben - maximal 150 000 Euro mehr als bei der Sanierung.


Fehlende Eigenleistung moniert

"Was mir wirklich sauer aufgestoßen ist, ist der Hinweis, dass keine Eigenleistung erbracht werden soll", monierte der Bürgermeister. Es solle nicht von Anfang an davon ausgegangen werden, dass Arbeiten in Eigenleistung von den Ehrenamtlichen erbracht werden, steht in dem Schreiben der Wehr.
Markus Weißschädel, der mit einigen anderen Aktiven der Sitzung beiwohnte, beschwichtigte jedoch. Dies heiße nicht, dass die Wehr gar keine Eigenleistung erbringe, sagte er.
Steinhäuser wandte noch ein, dass die aktuellen Stärkemeldungen ergeben, dass in der Zeit zwischen sechs und 18 Uhr gerade einmal neun Aktive zur Verfügung stehen - bei insgesamt 35 Dienstleistenden. "Aber es gab auch Einsätze, da sind nur vier Mann ausgerückt. Neun ist schon eine ambitionierte Zahl", so Steinhäuser. Auch der Vorschlag, vier Stellplätze zu bauen, sei hoch gegriffen. "Es steht ja im Raum, dass der Schlauchwagen weg kommt."


Entscheidung vertagt

"Fakt ist: Wir können heute nichts beschließen, wir müssen uns erst noch einmal neu zusammensetzen", merkte Norbert Groß (CSU) an. Auch sein Fraktionskollege Roland Hübner kritisierte die Forderung der Feuerwehr: "Ich verstehe nicht, dass man die ganze Zeit davon redet, dass eine Umkleide dringend nötig sei und jetzt einen Neubau fordert. Das finde ich schon sehr gewagt."
Schließlich wurde die Entscheidung vertagt. Vor allem die Kosten eines Neubaus sollen noch einmal überprüft werden.