von unserem Mitarbeiter Christian Ziegler

Stettfeld — Etwas später als gewohnt, aber dennoch mit dem gleichen regen Interesse der Stettfelder Bürger fand am Freitag die Bürgerversammlung im Saal des Gasthauses Strätz statt. Bürgermeister Alfons Hartlieb (CSU) nutzte die Gelegenheit, die finanzielle Situation der Gemeinde darzustellen, und gab einen Ausblick auf die geplanten Investitionen, ehe die Bürger ihre Anliegen ansprachen.

Schulden sollen sinken

Einen großen Brocken bei den Ausgaben der Gemeinde nannte Hartlieb die Abwasserversorgung. Kosten von 144 320 Euro seien aufgelaufen, sagte er. Hartlieb kündigte an, hier etwas zu unternehmen, da die Gemeinde bereits wegen der Unterdeckung im Bereich Abwasser gemahnt worden sei. "Wir werden da ein bisschen was tun müssen", bat er um Verständnis.
Der Schuldenstand der Gemeinde hat sich im vergangenen Jahr um 150 000 Euro erhöht. Das Darlehen war im Zuge des Anbaus an das Feuerwehrgerätehaus notwendig geworden. Der zehnjährige Kredit läuft dabei mit einem Zinssatz von gerade einmal 0,42 Prozent. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt derzeit 572 Euro; für das laufende Haushaltsjahr ist eine Senkung auf 515 Euro vorgesehen.
Insgesamt waren im vergangenen Jahr Investitionen in Höhe von rund 683 000 Euro getätigt worden. Darunter sind die Erschließung der Bauplätze an der Bamberger Straße, der Feuerwehranbau und der Schlammwender für die Kläranlage.
Im Haupthaus des Kindergartens stehen einige Sanierungen an. Neben einem Fluchtweg aus dem ersten Stock ist die energetische Sanierung des Dachs angedacht. Erste Kostenschätzungen belaufen sich auf 300 000 Euro, von denen die Gemeinde 200 000 Euro tragen muss. Bürgermeister Hartlieb lobte die Rührigkeit des Kindergartens; auch sei hoch anzurechnen, dass in Stettfeld keine Defizitvereinbarung notwendig sei. Hinsichtlich der energetischen Sanierung bemüht sich die Gemeinde momentan um Zuschüsse.

Der Müllpreis steigt

Stettfeld war seinerzeit eine von elf Gemeinden, die sich gegen die Rückübertragung der Abfallentsorgung an den Landkreis entschieden hatten. Laut Hartlieb eine kluge Entscheidung, wie sich herausstellte, denn die Gemeinde kann derzeit noch ein Plus an Leistungen wie die kostenlose Annahme von Gartenabfällen zusätzlich zur Müllabfuhr anbieten.
Dennoch droht jetzt Ungemach. Da der Landkreis künftig mehr für die Annahme des Mülls verlangt, berichtete Hartlieb von einer saftigen Kostenerhöhung von 30 Prozent pro Tonne und Jahr. Beim derzeitigen Preis von 120 Euro also satte 36 Euro. "Da werden wir noch einmal mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb reden müssen", machte Hartlieb deutlich. Auch fand er gegenüber den Plänen des Landkreises deutliche Worte. "Wir müssen aufpassen, dass wir da nicht über den Tisch gezogen werden."
Hartlieb zeigte den Bürgern den aktuellen Entwurf der Planung für die Neugestaltung des Dorfsees. Das Areal soll als Naherholungszentrum für die Stettfelder gestaltet werden. Eine genaue Vorstellung des Projekts, dann auch mit einem Vertreter des Planungsbüros, soll in drei bis vier Wochen stattfinden. Der Bürgermeister versicherte, dass die Umgestaltung nur dann in Angriff genommen werde, wenn auch die Stettfelder Bürger damit einverstanden sind. Er wies darauf hin, dass das Hochwasserschutzkonzept, das sich momentan in der Ausarbeitung befindet, in die Planung einfließt. "Das wird ab April vorliegen." Außerdem werde die Maßnahme zu 85 Prozent gefördert.
David Amling wollte wissen, ob im Zuge der Umgestaltung eine Einfriedung zum Schutz vor Hundekot möglich sei. "Wir überlegen uns manchmal, ob wir am See noch eine Feuerwehrübung halten, weil wir hinterher die Stiefel abspritzen müssen", sagte er. Eine Einfriedung ist nicht geplant, hieß es dazu, und die Verantwortlichen hoffen auf die Vernunft der Stettfelder. "Jeder Hund ist halt nur so gescheit wie sein Herr", brachte es Zweite Bürgermeisterin Doris Simon auf den Punkt.
Evelyne Uttenreuther wollte wissen, wie es um den Erhalt der Stettfelder Grundschule bestellt sei. Der sei noch auf jeden Fall für fünf Jahre gesichert, betonte Hartlieb. Zugleich bemühe man sich, den Erhalt auch längerfristig zu ermöglichen.
Jährliches Thema der Bürgerversammlung ist die Kanalsanierung in der Hauptstraße. Streitpunkt zwischen Gemeinde und Straßenbauamt ist immer noch die Fahrbahn und wer für die Kosten der Wiederherstellung aufkommt. Allerdings scheint nun Bewegung hineinzukommen. "Sobald das geklärt ist, können wir anfangen. Die Planung ist fertig." Hartlieb bat die Bürger, Rücklagen zu bilden, da es im Zuge der Erneuerung auf jeden Fall zu Verbesserungsbescheiden kommen wird.
Lorenz Zettelmeier wollte wissen, wie es um den Jugendraum bestellt sei. Dazu Hartlieb: Dieser sei nun fast fertig. Allerdings fehle es momentan am Interesse der Jugend. Sobald sich Jugendliche finden, die Verantwortung übernehmen möchten, könne es losgehen. Ende April bis Mitte Mai soll ein Abend für die Jugend stattfinden, bei dem das Thema besprochen wird.