Stolz prangt das schöne Steinkreuz in idyllischer Lage an der Eibigstraße im südlichen Ortsteil von Steinberg. Das mit einer Größe von 2,6 Metern nicht zu übersehende Wegekreuz aus Stein ist wieder zum wahren Schmuckstück geworden. Beim kleinen Festakt zeigten sich der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Steinbergs, Peter Mastalerz, und sein Stellvertreter Klaus Sesselmann zusammen mit Kreisheimatpfleger Robert Wachter beeindruckt von der gelungenen Restaurierung des Kleindenkmals durch den Restaurator Wilhelm Keim aus Roßlach.

Sehr stolz über das Gelingen des Gemeinschaftsprojekts, dankte Mastalerz allen an der Maßnahme Beteiligten. Finanziert wurde das insgesamt mit rund 1000 Euro - für die Sanierungsarbeiten am Kreuz sowie die Neugestaltung der kleinen Grünanlage - zu Buche schlagende Gemeinschaftsprojekt durch eine Reihe von Sponsoren. Hierzu zählten Spenden in Höhe von 500 Euro durch den Heimat- und Kulturverein Steinberg mit ihrem Vorsitzenden Wolfgang Förtsch sowie 150 Euro durch die Theaterfreunde Steinberg unter Vorsitz von Norbert Schülein. 300 Euro steuerte Kreisheimatpfleger Robert Wachter mit Mitteln aus der Kreisheimatpflege sowie 100 Euro Bürgermeisterin Susanne Grebner aus ihrem Bürgermeisteretat bei. Darüber hinaus freute sich der Obst- und Gartenbauverein über eine Spende des Anwohners Georg Herzog in Höhe von 70 Euro, der zudem auch Wasser und - bei Bedarf - Strom zur Verfügung stellt. Den Rest trugen die Gartler selbst.

Ein großes Dankeschön von Peter Mastalerz galt der Nachbarin Marianne Fischer. Seit rund 60 Jahren zeichnet diese für die Pflege der kleinen Grünanlage verantwortlich, wobei sie vor allem das Gießen und Abzupfen des Blumenschmucks übernimmt - aktuell sind es herrlich in Weiß und Lila blühende Petunien in einer großen Schale vor dem Kreuz. Größte Anerkennung gebühre dem Restaurator Wilhelm Keim für die gelungene Sanierung, die dem Zeugnis tiefer Frömmigkeit wieder zu einem würdevollen Erscheinungsbild verholfen habe.

"Das Kreuz war total von Moosen und Flechten überzogen", bedauerte der Steinmetzmeister. Aufgrund des starken Befalls sei das schöne Denkmal leider kaum noch ins Auge gestochen bzw. habe sich optisch nicht mehr in der Art und Weise von seinem Hintergrund abgehoben, wie es ihm aufgrund seiner Bedeutung zugestanden hätte. Daher habe er das Kreuz erst einmal grundlegend gereinigt. Nach der Reinigung offenbarten sich weitere Schäden, die er fachgerecht mit Mitteln der Steinrestaurierung behob. Als Schutz vor einem erneuten Bewuchs sowie Witterungseinflüssen wie Regen, Wind, Hagel oder Schnee brachte er eine Hydrophobierung bzw. wasserabweisende Imprägnierung auf, um das Kleindenkmal in Zukunft widerstandsfähiger und beständiger gegen derartige Schädigungen zu machen.

Aber nicht "nur" das Steinkreuz erstrahlt im neuen Glanz, sondern auch die Anlage wurde vom Obst- und Gartenbauverein optisch auf Vordermann gebracht. Hierfür wurde die kleine Fläche komplett neu angelegt, begrünt und bepflanzt. Man entschied sich für zwei duftende Rosenstöcke, die das Steinkreuz auf beiden Seiten hinten flankieren sowie für drei große rosafarbenen Hortensien.

Das Steinkreuz erhebt sich von einem walmdachförmig zusammenstrebenden Sockel. An den überdimensionalen breit angelegten Kreuzbalken ist ein aus Kunststein gefertigter, dornengekrönter Corpus mit schulterlangem Haar befestigt. Ebenfalls aus Kunststein ist die Inschriftrolle (INRI) am Kreuzkopf. Durch die gemeinsamen Bemühungen von Gemeinde- und Kirchenverwaltung wurde dieses Wegekreuz im Jahr 1962 an Stelle eines umgestürzten Holzkreuzes mit "Blech-Herrgott" errichtet. Das neue Denkmal fertigte einst die Firma Popp aus Steinwiesen.

Leider ist zum ursprünglichen Anlass der Errichtung nichts weiter bekannt. Oftmals ist die Ursache ein Unglück oder die Errettung aus einem Unglück. Falls jemand Näheres zur einstigen Errichtung des Holzkreuzes weiß, wären die Verantwortlichen für jegliche Informationen dankbar. hs