von unserem Redaktionsmitglied 
Andreas Oswald

Forchheim — Der geplante "Kick off" wurde, der Annafest-Zeit entsprechend, zu einer "Krüge hoch"-Veranstaltung, als Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) und Wirtschaftsförderer Viktor Naumann auf dem Glockenkeller die Planung eines neues Gründerzentrums für Unternehmen vorstellten. Wie Stumpf betonte, würden die Baukosten von 10 Millionen Euro zu 100 Prozent durch den Freistaat gefördert. Nur die Baufläche sei von der Stadt beigesteuert worden.

Raum für Innovationen

Wo auf dem Ausstellungsgelände im Fochheimer Süden bislang zirzensische Sensationen geboten wurden, sollen künftig unternehmerische Innovationen für Aufsehen sorgen. Das geplante Gründerzentrum versteht sich als "ein Inkubator für neu gegründete Healthcare Unternehmen mit digitaler Ausrichtung", so der Forchheimer Wirtschaftsförderer Viktor Naumann.

Platz für bis zu 120 Beschäftigte

Wie Oberbürgermeister Franz Stumpf erklärte, werde ein Gebäudekomplex mit 4000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche errichtet, der variablen Raum für "Start-Up"-Unternehmen biete. Die Raumgrößen seien so ausgelegt, dass von elf Quadratmetern für Klein-Büros bis zu Großräumen von 120-Quadratmetern alle Bedürfnisse befriedigt werden könnten. Das Gründerzentrum biete Platz für 100 bis 120 Beschäftigte, betonte Oberbürgermeister Franz Stumpf. Angepeilt sei für die Jungunternehmen eine Verweildauer von fünf Jahren - und danach die Möglichkeit einer Ansiedlung in unmittelbarer Nähe.
"Dahinter steht der Campus-Gedanke", erklärte Stumpf. Wie Architekt Dirk Haecker vom Büro agn aus Ludwigsburg erläuterte, seien drei Baukonzepte in Überlegung: eine ringförmige Gebäudeanordnung mit Innenhof, ein L-förmiger Baukörper oder der "klassische Riegel". Damit bekäme man drei Gebäude auf das Grundstück. Insgesamt gehören zu dem Projektteam, das jetzt mit der Arbeit beginnt, fünf Firmen.
"Nach der langen Vorbereitungsphase bin ich sehr zufrieden, dass wir für unser Bauvorhaben hervorragende Büros gewinnen konnten. Ich bin überzeugt, dass trotz des ambitionierten Zeitplans der Baubeginn im ersten Quartal 2015 erfolgen kann", sagte Oberbürgermeister Franz Stumpf in seiner Funktion als Geschäftsführer der Medical Valley Forchheim GmbH. Ihm zur Seite steht als weiterer Geschäftsführer Stadtbauamtsleiter Gerhard Zedler.

An Erlangen orientiert

Im vergangenen Jahr hatte der Forchheimer Stadtrat die Gründung der Medical Valley Forchheim GmbH beschlossen, die inclusive der Rechtsorgane als Tochter der Stadt Forchheim fungiert. Mit der Rechtsform habe man sich an der Stadt Erlangen orientiert, die ebenfalls ein Gründerzentrum geschaffen habe, erklärt Stumpf.

Zum Gewinn verurteilt

Durch die GmbH sei es ausgeschlossen, dass sich die Kommune durch Mieteinnahmen bereichern könne. Verluste müssten zwar durch die Stadt getragen werden, räumte Stumpf ein, aber angesichts der Erfolge von Gründerzentren sei die GmbH "zum Gewinn verurteilt".