In der Stadtratssitzung im Juni hatte es eine lange Diskussion mit konträren Meinungen zu einer Bauvoranfrage für das Grundstück "Langeller 24" gegeben. Jetzt wurde der Bauantrag zu dem Mehrfamilienhaus eingereicht. Und wurde mehrheitlich vom Stadtrat befürwortet. Es gab nur eine kritische Stimme.

Zur Erinnerung: Ein Bauherr aus Kothen möchte auf dem stark abschüssigen Gelände ein Wohnhaus mit drei Vollgeschossen und einem zurückversetzten Dachgeschoss samt Carport errichten. Fünf Wohnungen sollen dort unterkommen.

Dies und einige Abmessungen bei Carport und Traufhöhe weichen aber vom dort gültigen Bebauungsplan "Hart" ab, der unter anderem maximal vier Wohneinheiten vorschreibt. Deswegen brauchte der Bauwerber einige Befreiungen.

Im Stadtrat bildeten sich zwei Lager: Das eine wollte das Grundstück, das in einem bis dahin nicht sehr begehrten Baugebiet liegt, endlich vergeben wissen - und wollte die relativ weitreichenden Befreiungen gewähren. Das andere pochte auf die im Bebauungsplan festgelegten Beschränkungen. Das taten auch einige Anwohner, die einen zu großen Bauklotz und zu viel Verkehr in ihrem Wohngebiet fürchteten (wir berichteten).

Die aktuelle mehrheitliche Entscheidung des Stadtrates dürfte begünstigt haben, dass das Landratsamt das Vorhaben in der Zwischenzeit für "bauplanungsrechtlich zulässig" erklärte. Auch nachdem Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) angemahnt hatte, nicht wieder stundenlang zu diskutieren, blieb eine Debatte aus. Lediglich Heike Greenberg-Kremser (PWG) brachte eine "rückblickende Kritik" an.

Sie monierte, dass bei der Bauvoranfrage im Frühjahr im Stadtrat nicht mitgeteilt wurde, "dass einer der direkt angrenzenden Nachbarn die Stadt selber war". Der Kommune gehört ein schmaler Grünstreifen zwischen fraglichem Baugrundstück und nächster Nachbarin.

Laut Greenberg-Kremser sei der Eindruck erweckt worden, sämtliche Nachbarn hätten zugestimmt. "Von diesem Kriterium hatte der Stadtrat keinerlei Informationen und wurde im Unwissen gelassen."

Die PWG-Stadträtin nannte es "wünschenswert, wenn wir uns in Zukunft mit Bauvorhaben, die so vom Bebauungsplan abweichen, kritischer auseinandersetzen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass in der Vergangenheit bereits ein solcher Antrag gestellt wurde und vom damaligen Stadtrat abgelehnt wurde."

Emanuel Fritschka (PWG) sagte, nachdem der Stadtrat im Juni die Bauvoranfrage befürwortet und das Landratsamt die Sache positiv bewertet habe, könne man die Zustimmung jetzt nicht verweigern. Vogel ergänzte, das Landratsamt würde eine Ablehnung "ersetzen". Und so ging der Bauantrag gegen zwei Stimmen durch. st