Ihr Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Dora Jung hoffte bei ihrem 104. Geburtstag, dass ihr auch beim darauffolgenden wieder die Stadtkapelle aufspielt. Bei strahlendem Sonnenschein trat am Samstag eine große Formation der Höchstadter Musiker im Garten des BRK-Heims in Etzelskirchen an und spielte zum 105. Geburtstag auf. Selbstverständlich war auch Urenkelin Andrea mit der Trompete dabei.
"Es ist uns jedes Jahr eine Ehre, für Sie spielen zu dürfen", betonte Christine Nagler, die Schriftführerin der Stadtkapelle, im Namen aller Kollegen, als sie Jung gratulierte. Neben der Familie, insbesondere den vier Urenkeln, überbrachten Beate Ulonska vom BRK, Bürgermeister Günter Schulz (SPD) für die Stadt und Christian Pech (SPD) für den ganzen Landkreis Glückwünsche.
"Das ist bislang der höchste Geburtstag, zu dem ich gratulieren durfte", merkte der stellvertretende Landrat an. Ob die Jubilarin die älteste Bewohnerin des Kreises ist, war er sich aber nicht ganz sicher. Die älteste Höchstadterin ist sie allemal.
Geboren wurde sie in Bautzen als Tochter eines Reichsbahnbeamten. Zeittypisch erhielt sie eine Ausbildung in einem Mädchenpensionat. 1938 heiratete sie, das junge Paar zog nach Dresden und 1942 wurde der einzige Sohn Peter geboren. Der Ehemann musste in den letzen Kriegswochen noch an die Front und fiel. Dora Jung kehrte in ihr Elternhaus zurück. Bis zu ihrem Ruhestand arbeitete sie dort im Büro einer ortsansässigen Firma.
Nach der Wende fand der Sohn eine Anstellung bei Siemens in Erlangen und zog ins Fränkische. Die Mutter folgte ihm. Seit fünf Jahren lebt sie im BRK-Heim. Ein genügsames Leben ist ihr Rezept ein so hohes Alter zu erreichen. Aber gewiss haben auch die Zufriedenheit und Lebensfreude, die Dora Jung ausstrahlt, ihren Teil dazu beigetragen.