Eine sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen wird es in der Stadtverwaltung künftig nicht mehr geben. Das hat der Personalsenat jüngst einstimmig beschlossen. Der Antrag dazu wurde von Felix Holland (SPD), Karin Einwag (Grünes Bamberg) und Stephan Kettner (BaLi) gestellt, wie Grünes Bamberg in einer Pressemitteilung informiert.

Bei einer sachgrundlosen Befristung erhalten Arbeitnehmer nur einen zeitlich befristeten Arbeitsvertrag, der automatisch nach der vereinbarten Frist endet - und zwar ohne jegliche Begründung. Ein Sachgrund liegt hingegen etwa bei Schwangerschaftsvertretungen vor oder wenn die Arbeitsleistung im Betrieb nur für eine bestimmte Zeit benötigt wird.

Laut Holland sind sachgrundlos befristete Arbeitsverträge im öffentlichen Dienst bei Neuanstellungen zum Normalfall geworden. Diese Entwicklung sei gefährlich: "Besonders junge Berufstätige benötigen Perspektiven und Planbarkeit für ihr Leben. Bei unsicheren Arbeitsverhältnissen fällt es schwer, eine Familie zu gründen sowie Beruf und bürgerschaftliches Engagement zu vereinbaren."

Einwag betont die Verantwortung der Stadtverwaltung und hält eine Befristung aus arbeitgeberpolitischen Erwägungen zudem für verzichtbar: "Wir haben immer eine Probezeit von sechs Monaten, die aussagekräftig genug sein dürfte, um die Fähigkeiten neuer Mitarbeiter hinreichend einzuschätzen." Für sie sei dieser Beschluss künftig ein Pluspunkt im Wettbewerb um die besten Fachkräfte.

Stephan Kettner betont die Vorbildfunktion der Stadt: "Das, was wir von freien Unternehmen erwarten, müssen wir auch selbst umsetzen."

Nach dem einhelligen Willen des Personalsenats sollen nun auch bereits bestehende Befristungen überprüft werden. Alle Tochterunternehmen der Stadt sind aufgefordert, ebenfalls keine sachgrundlos befristeten Einstellungen vorzunehmen. red