Ein passenderes Datum hätte es nicht sein können. Am Rakoczy-Fest verkündete die Unesco, dass Bad Kissingen gemeinsam mit zehn weiteren Kurorten als Great Spa Towns of Europe von nun an Welterbe ist. Ein wichtiges Thema, was von nun an die Stadtpolitik bestimmt. Das zeigt sich beim Blick auf die vergangenen Monate. So stand der Orchesterstreit um mehr Gehalt für die Musiker schließlich direkt in Verbindung mit dem Welterbetitel. Bei der Festlichkeit im Regentenbau spielten Musiker in Streikweste auf. Das sorgte für Unmut in der Öffentlichkeit. Mittlerweile scheinen die Wogen nach mehrmonatigem Ringen zwischen Stadt und Musikern jedoch wieder geglättet.

Zeit wird wohl auch noch die Bewerbung für die Landesgartenschau in Anspruch nehmen. Im Sommer entschloss der Stadtrat, sich um die Ausrichtung im Zeitraum 2028 bis 2032 zu bewerben. Bei Gastronomen und Hoteliers kam das gut an - manch einer sprach von einer einmaligen Chance. Positiv kam bei vielen Kissingern auch der Beginn der Bauarbeiten am Palais Erthal an. Ein Schock hingegen war wohl die Nachricht, dass das Kurgarten-Café schließt. Ein weiterer Paukenschlag, der die Kissinger Öffentlichkeit erschütterte, war der Rückzug des Investors für das Thermenhotel. An der KissSalis Therme sollte für 23,6 Millionen Euro ein Vier-Sterne-Hotel entstehen. Aber: Die Pandemie verhinderte eine Realisierung des Vorhabens. Stadt, Stadtwerke und Investor gehen seit Oktober getrennte Wege. Wie es weitergeht? Das ist noch unklar. Fest steht, dass sich Stadt und Stadtwerke auf die Suche nach einem neuen Investor machen. Das nasse Element war nicht nur an der KissSalis Thema, sondern auch bei dem städtischen Hallenbad. Bei dem 57 Jahre alten Bad ist das Dach einsturzgefährdet. Eine Sanierung war nicht im Sinne des Stadtrates. Grund waren Kosten und Dauer der Arbeiten - gerade im Hinblick auf den Hallenbad Neubau an der KissSalis. Um den Schülern dennoch ihren Schwimmkurs zu ermöglichen, leistete das Bad Kissinger Rathaus im Herbst eine Herkulesaufgabe. Grundschulen und Schwimmkurse können stattdessen die Bäder der Klinik Bavaria und des Hotels Sonnenhügel nutzen. Mit im Boot - etwa für die DLRG und die Wasserwacht sind ferner das Hotel Frankenland und das Parkwohnstift.

Ebenfalls in den Herbst fiel die Bundestagswahl - Dorothee Bär (CSU) sicherte sich zwar das Direktmandat, musste aber eine Schlappe verglichen mit den Ergebnissen voriger Wahlen hinnehmen. Sabine Dittmar (SPD) aus Maßbach und Manuela Rottmann (Grüne) aus Hammelburg erzielten gute Ergebnisse und sind sogar Teil der neuen Bundesregierung geworden. Rottmann ist zukünftig als Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium, Sabine Dittmar als Staatssekretärin im Gesundheitsministerium tätig. josch/lbo