Der SPD-Distrikt Rodachtal hielt auch heuer am Aschermittwoch sein traditionelles Fischessen ab. Veranstaltungsort war diesmal das Sportheim in Unterrodach. Nach der Begrüßung durch den Ortsvereinsvorsitzenden Norbert Friedlein und Distriktsvorsitzenden Andreas Buckreus sprach Kreisgeschäftsführer Thilo Moosmann als Gastredner zu den circa 40 Zuhörern. Nach einem kurzen Rückblick auf die Geschichte des politischen Aschermittwochs befasste er sich im größten Teil seiner Rede mit dem Zustand der SPD auf Bundes- und Landesebene und schilderte seine Sichtweise als "einfacher Genosse".

In den vergangenen Jahren der großen Koalition habe man aus einer staatspolitischen Verantwortung heraus viele Entscheidungen und Kompromisse mitgetragen. Dadurch seien für die Wähler die Unterschiede zwischen CDU/CSU und SPD nicht mehr immer klar wahrnehmbar gewesen. Gleichzeitig sei verpasst worden, politische Erfolge wie etwa die Einführung eines Mindestlohns gegen verschiedene Widerstände "den Leuten richtig zu verkaufen". Nach den vergangenen Wahlniederlagen habe man aber jetzt den richtigen Weg eingeschlagen und werde in den nächsten Jahren wieder größere sozialpolitische Ziele wie etwa Reformen in der Rente oder beim Arbeitslosengeld II verfolgen. "Die SPD muss und wird hier ihre sozialpolitische Kompetenz wieder oder teils auch neu erfinden", meinte Moosmann.

Heuer stehe die Europawahl an, bei der die Wahlbeteiligung erfahrungsgemäß sehr niedrig ausfalle. Moosmann rief dazu auf, zur Wahl zu gehen. Auch wenn Europa von vielen Populisten madig gemacht werde, sei es unterm Strich eine Erfolgsgeschichte und mehr als eine bloße Handelsunion. Natürlich lägen auch in Brüssel Dinge im Argen, aber eine Abkehr von Europa sei weltpolitisch gesehen undenkbar, weil ein einzelnes Land seine Interessen gegenüber Weltmächten wie den USA oder China kaum durchsetzen könne. red