Die SPD-Kreistagsfraktion Kronach will das neu geschaffene 365-Euro-Ticket für das neue Mobilitätskonzept im Landkreis verbessern und wird einen entsprechenden Antrag an den Landkreis stellen. Sie greift damit viele Rückmel-dungen aus der Bevölkerung, von Schulen und Ausbildungsbetrieben auf.

Weiterhin will die SPD, dass das Ticket auch von Schülern, die eine staatlich genehmigte Schule im Landkreis besuchen, genutzt werden kann. Konkret sind dies die Montessori-Schulen in Mitwitz und Kronach, deren Schüler bisher sowohl von der kommunalen Schülerbeförderung und Schulwegkostenfreiheit als auch vom neuen 365-Euro-Ticket ausgeschlossen sind.

"Grundsätzlich ist das 365-Tages-Ticket für Schüler an staatlichen Schulen ab der 11. Jahrgangsstufe und Auszubildende eine hervorragende Sache, welche die SPD bei der Einführung des neuen Mobilitätskonzepts im Landkreis Kronach voll unterstützt hat", fasste es Fraktionsvorsitzender Timo Ehrhardt zusammen. Die 365 Euro für das Jahresticket seien deutlich niedriger als der bisherige Zuzahlungsbetrag für die Schulwegkosten. Mit der Einführung des Tickets habe man aber die Erwartung geweckt, dass es direkt zu diesem Preis zum Schul- oder Ausbildungsjahresbeginn erworben werden könne. Tatsächlich aber müssten die Fahrtkosten, die zum Teil über 1000 Euro jährlich liegen, von den Betroffenen für über ein Jahr vorfinanziert werden. "Viele Familien oder Auszubildende tun sich wirklich schwer, das Geld aufzubringen", brachte es Kreisrätin Sabine Gross auf den Punkt und berichtete von zahlreichen Rückmeldungen aus der Bevölkerung, zum Beispiel einem Heizungs- und Klimabaubetrieb aus Wallenfels, dessen Auszubildende den öffent-lichen Nahverkehr nutzen.

Deshalb beantragt die SPD-Kreistagsfraktion bei der Landkreisverwaltung, zu prüfen, ob die Kostenerstattung nicht bereits bei Kauf der Fahrkarte am Schuljahresanfang erfolgen kann, um die Familien und die jungen Leute zu entlasten. Das wäre ein Schritt zu mehr Klarheit und Familienfreundlichkeit, so Timo Ehrhardt. Er berichtete, dass er dafür bereits positive Gespräche mit dem Landrat und der Verwaltung geführt habe, die sich darum bemühten, eine Lösung zu finden.

Ziel sei es, dass das neue Mobilitätskonzept möglichst gut genutzt wird und die Busse nicht leer durch die Gegend fahren, war man sich in der SPD-Fraktion einig. Hierzu müsse man zum einen die bestehenden Schwierigkeiten und Probleme, gerade im Schülerverkehr, schnell beseitigen sowie die Werbung für die neuen Linien und die Rufbusse intensivieren. vz