Es sind beeindruckende Zahlen, die Kassierer Georg Seelmann den Mitgliedern des Soldaten- und Kameradschaftsvereins im Gemeinschaftshaus vorlegt. "Von 1987 bis 2017, also in knapp 30 Jahren, haben wir rund 25 000 Euro an gemeinnützige Zwecke gespendet", sagt er. Viele der Gelder gingen zugunsten der Kirche. So auch in diesem Jahr: Die Vorsitzenden übergeben bei ihrer Hauptversammlung einen symbolischen Scheck über 5000 Euro für die Renovierung der Pfarrkirche "Sankt Laurentius".
Die Sanierung der "alten Dame" zu ihrem 500. Geburtstag ist ein Kraftakt für die Kirchenstiftung um Ludwig Hennemann. 190 000 Euro sind veranschlagt für Maler, Schreiner, Elektriker, Restaurator und Co. Bis Ostern sollen die Arbeiten am barocken Prachtbau am Jakobsweg abgeschlossen sein. Von den Kosten wird das Ordinariat 123 000 Euro schultern, der Rest soll zum Großteil über Privat-, Firmen- und Vereinsspenden gedeckt werden, wobei weitere "Finanzspritzen" natürlich überaus willkommen sind. Derzeit finden die Gottesdienste im Gemeinschaftshaus im Eichenweg statt - in dem Raum, in dem die Soldatenkameraden auch ihre Spende übergeben.


Wieder mehr Mitglieder

Doch nicht nur die Kirchenverwaltung hat an diesem Tag Grund zur Freude, es ist auch der Verein selbst: Erstmals seit vielen Jahren stagniert der Mitgliederstand nicht mehr, wie Vorsitzender Nikolaus Kunzelmann vermeldet, sondern er steigt wieder: Zu den bislang 48 kommen Philipp Seelmann und Sebastian Gerber dazu. Vielleicht, weil sich der Verein einen exzellenten Ruf als Kulturträger erworben hat: Die Christbaumversteigerung um Dreikönig und das Dorffest mit "Mainfieber light" an Mariä Himmelfahrt sind stets überaus gut besucht. Hinzu kommen im vergangenen Jahr die Winterwanderung, der Volkstrauertag mit Kaffeekränzchen oder die Busfahrt zu "60 Jahre BKV" nach Altötting. Der Georgentag war im vergangenen Jahr mit dem kleinen, aber feinen Fest zum "90-Jährigen" verbunden.
Seit Jahrzehnten organisiert der Soldaten- und Kameradschaftsverein Oberleiterbach außerdem federführend für den BKV Oberfranken die Soldaten- und Friedenswallfahrt nach Vierzehnheiligen, an der pro Jahr 1500 Personen teilnehmen.
Das Dorffest im Vorjahr bescherte dem Verein Rekordeinnahmen, wie Kassierer Georg Seelmann herausstellt. Dennoch ist die Bilanz am Ende negativ, was der hohen Spendensumme geschuldet ist. Die Kriegsgräbersammlung erbrachte 305 Euro, die der Vorstand auf 400 aufrundete. Schießwart Stephan Metzner spricht von zwölf Kleinkaliber-Schießen und zwei Pistolenschießen, die die 34 Mitglieder der Schießgruppe am Wolfsanger absolvierten.
Die Oberleiterbacher Luftgewehr-Mannschaft, bestehend aus Gerhard Senger, Bernhard Kreppel und Stephan Metzner, wurde beim BKV-Bezirks- und Kreisschießen in Michelau Siebter von 16 Teams. Beim vereinseigenen Pokalschießen, unter anderem mit dem Karabiner, gewannen Stefan Amon und Franz Hennemann (Wanderpokal).
Noch einmal überraschte Georg Seelmann die Mitglieder an diesem Abend. Der Hobby-Ahnenforscher hat in einem Ringbuch die Vereinsgeschichte aufgearbeitet und viel Wissenswertes über die Gründungsmitglieder, Geehrten und Gefallenen zusammengetragen, oft sogar mit Bildmaterial. Diese aufwendigen Recherchen übergibt er nun dem Verein. mad