2020 - ein Jahr, das es in sich hatte, ein Jahr, in dem der Zusammenhalt großgeschrieben werden musste und ein Jahr, das auch an Silvester nicht so ausklang, wie es gewohnt ist und sein sollte. Auch für die Katholische Jugend Wallenfels (KJW) ging das Jahr anders zu Ende als geplant. Die Silvesterandacht, die eigentlich kurz vor Jahreswechsel für 23.30 Uhr geplant war, fiel dem Ausgehverbot zum Opfer. Die zehnte Andacht an Silvester hätte es werden sollen. Was 2010 begann, haben die Jugendlichen aus Wallenfels in den vergangenen zehn Jahren mit einer Unterbrechung weitergeführt. Die jungen Erwachsenen haben sich allerdings schnell mit der Situation arrangiert und die Andacht kurzerhand schon im Vorfeld aufgezeichnet.

Bereits am Montag vor Silvester wurde in der Wallenfelser St.-Thomas-Kirche das Video aufgenommen. Im Mittelpunkt stand - wie könnte es anders sein - das Jahr 2020. "Wann hört das endlich auf?" lautete die Frage im Eingangstext, die sich viele stellen. "Doch, je dunkler die Nacht und die Finsternis, desto heller brennt ein Licht, das entzündet wird!", heißt es weiter. Folgerichtig stand auch das Evangelium vom Seesturm (Mk 4,35-41) im Fokus der Schriftlesung. Jesus fährt mit seinen Jüngern in einem Boot auf den See hinaus. Als ein Sturm aufzieht, schläft er, während die Jünger große Angst haben und ihn wecken. Jesus beruhigt den Wind und die stürmische See und fragt "Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?"

Auf Gott vertrauen, andere Wege gehen und Neues wagen - im Lied "Wenn der Geist sich regt" spiegelt sich all das wider. Gerade in diesen Zeiten braucht es den Heiligen Geist, so die Botschaft. In den Fürbitten wurde um die Stärkung des Glaubens und um Mut und Zuversicht gebetet, bevor mit dem Segen die Andacht beschlossen wurde. In einem abschließenden Lied hieß es: "Ich war, ich bin geborgen! Das wünsch ich mir auch morgen für mich und alle Welt. Ich weiß, an deinem Segen ist, was gelingt, gelegen. Und ich weiß auch, da war viel Glück." Mit dieser hoffnungsvollen Botschaft wurden die Zuschauer entlassen.

Katrin Werner (Gesang/Klavier/Vorbereitung), Franziska Schmitt (Gitarre) und Maik Förner (Panflöte) zeigten sich für die Gestaltung verantwortlich, die coronakonform mit Abstand und ohne Zuschauer erfolgte. Karin Schmitt begleitet das Vorbereitungsteam von Beginn an und war für den Schmuck während der Andacht zuständig. In diesem Jahr begleitete der "Engel der Hoffnung" die Andacht.

Das Video ist auf der Facebook-Seite der Pfarrei Wallenfels seit dem 31. Dezember um 23.30 Uhr online, so dass jeder - für sich und doch gemeinsam - die Andacht von zu Hause aus mitfeiern konnte, und das auch noch im neuen Jahr 2021 tun kann - in aller Stille.

Im Jahr 2010 hatte die Kath. Jugend Wallenfels ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Zahlreiche Veranstaltungen, über zwölf Monate verteilt, erinnerten an dieses Jubiläum. Am Ende des Jahres hatten sich die Jugendlichen etwas Besonderes vorgenommen: eine Andacht kurz vor Mitternacht an Silvester. Kurzum: etwas völlig anderes; ein Kontrastprogramm zu Feiern und Feuerwerk mit nachdenklichen Texten, Gebeten und Liedern.

Die Jugendlichen von damals sind zu jungen Erwachsenen geworden, den Brauch an Silvester eine Andacht abzuhalten haben sie - mit einer Unterbrechung - fortgeführt. So hätte in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal eine Andacht kurz vor Mitternacht stattgefunden. Weil es Mitte Dezember zu den Ausgangssperren kam, mussten die jungen Leute umdenken.

Was als ungewöhnliche Idee und als Kontrastprogramm begann, war in diesem Jahr kurioserweise für die meisten unausweichlich: kein Feuerwerk und keine größeren Feiern. Gerade deshalb entschied sich das Vorbereitungsteam in diesem Jahr, die etwas andere Andacht abzuhalten. sd