Was bringt jemanden dazu, 40 Jahre lang seinen Urlaub an ein und demselben Ort zu verbringen? Es sei "die Ruhe", sagen das Ehepaar Jan und Jos Bakker (beide 89 Jahre) aus Den Haag in Holland und Martin Roos (82) aus Leiden, ebenfalls in Holland. "Aber: Das bleibt unser Geheimnis", lassen sie wissen.

Die drei sitzen gemütlich in der Gastwirtschaft "Zum Goldenen Adler" in Pfarrweisach, als Bürgermeister Markus Oppelt und die Wirtsleute Ute und Klaus Eisfelder sie überraschen. Oppelt bedankt sich bei ihnen, dass sie in all den Jahren ihre Treue zu Pfarrweisach gehalten haben, und überreicht ihnen ein Buch über Pfarrweisach. Die Wirtsleute danken dem Trio für die ständige Wiederkehr und es gibt Geschenke und einen Blumenstrauß für die Frau.

Einst auf der Rückreise

Jan Bakker hebt hervor, sie seien während all der Jahre keine "Klientel" gewesen, sondern Gäste. In ihrem Heimatland, so sagt Martin Roos, fragten sich stets die Leute, ob sie in einem Hotel ihren Urlaub verbracht haben. "Nein", sagt Roos, "wir waren und sind immer Gäste."

Und das sei das Schönste, was man sich als Urlauber wünschen kann. Übrigens: Alle drei sprechen ein astreines Deutsch.

Warum ausgerechnet Pfarrweisach? Sie erklären es so: Auf der Rückreise von Österreich nach Holland wollten sie einen Zwischenstopp zum Übernachten einlegen. Weil im ursprünglichen Ziel, Bamberg, alle Hotels ausgebucht waren, "haben wir vereinbart, dass wir in der nächsten Pension oder im nächsten Hotel übernachten", sagt Martin Roos. Weil es damals, um 1980, noch keine Autobahn gegeben hat, mussten die Urlauber die Bundesstraße 279 entlangfahren. "Und in Pfarrweisach war noch Licht."

Immer wieder Neues entdeckt

Hat man nicht schon alles gesehen in den 40 Jahren? "Nein", sagt Jan Bakker. Sie seien die Tage erst in Haßfurt gewesen und hätten wieder neue Eindrücke erhalten. Bamberg, Coburg, Bayreuth, Kulmbach oder Seßlach - das sind nur einige der Tagesfahrten, die sie unternehmen. Und in ihrer Heimat sei das Land flach, nicht "so schön hügelig". Und noch vor 40 Jahren, als es die DDR-Grenze gab, hätten sie oft in Dürrenried (Bayern) gestanden und nach Käßlitz (Thüringen) geschaut.

Sie erinnern sich sogar, als Karl Oppelt, der Vater des jetzigen Bürgermeisters Markus Oppelt, Anfang der 1980er Jahre noch Bürgermeister in der Gemeinde Pfarrweisach war.