Perfekte Wetterbedingungen herrschten am Dienstagabend vor, als der Fränkische Theatersommer seine zahlreichen Besucher in einen Sommernachtstraum entführte. Auf dem Freiluftgelände des Kulmbacher Mönchshofs ging es ins antike Athen, in den Zauberwald des Elfenkönigs Oberon (Pascal Averibou) und seiner Gattin Titania (Stefanie Rüdell).

Unbedarfte Handwerker, die zu des Fürsten Hochzeit ein Theaterstück aufführen möchten, zwei junge Liebespaare, freche Elfen und Puck (Jan Burdinski), der Hofnarr des Elfenkönigs höchstpersönlich - all diese Geschöpfe treffen in einer Vollmondnacht im verzauberten Wald aufeinander. Ein Verwirrspiel ist vorprogrammiert.

Wer die Stücke von William Shakespeare kennt, weiß, dass der alte Meister dem Volke ganz genau auf den Mund und in die Seele blickte, so auch in seinem berühmten "Sommernachtstraum". In dem Stück sind vier Handlungen miteinander verflochten, Liebespaare verlieren und finden sich.

Der Wald, zunächst ein Zufluchtsort, verwächst immer mehr mit der verworrenen Gefühlswelt der Akteure. Sie finden sich in einem Irrgarten, in dem Naturgeister ihren Schabernack mit ihnen treiben. Erst als sich diese Geister wieder versöhnen, kehrt auch in der Menschenwelt Ruhe ein.

"Hatschie" - "Armbeuge"

Regisseur Jan Burdinski setzt in seiner Inszenierung auf ein einfaches Bühnenbild, sodass Handlung und Darstellung im Vordergrund stehen. Lokale und aktuelle Bezüge lässt er ebenfalls einfließen, so plaudern die Handwerker in fränkischem Dialekt, man sucht nach einer hellen Mondscheinnacht über eine App - und sogar Corona wird berücksichtigt. "Hatschi", macht einer - "Armbeuge", ertönt es im Chor zurück. Für spritziges Ambiente sorgen die Elfen (Carina Krämer und Rebekka Herl), der Puck reizt seinen Herrn mit kleinen, obszönen Frechheiten und macht einen Handwerker (Martin Rosenberg) zum Esel und Spielball der Titania. Zwar hätte die Aufführung noch ein klein wenig mehr Magie vertragen, doch die Zuschauer fühlten sich prächtig unterhalten.

Weitere Inszenierungen finden Interessierte unter www.theatersommer.de.