Nicht in Nürnberg, dafür in der Gerold-Strobel-Halle in Bad Rodach gaben sich die "Meistersinger" der Bad Rodacher Chöre am Samstag ein Stelldichein. Eingeladen hatte die städtische Sängervereinigung (SV), die 1844 gegründet wurde und heuer ihr 175-jähriges Bestehen feiert. Die Freude am Chorgesang war bei den Teilnehmern deutlich spür- und vor allem hörbar und die Bandbreite des Liedguts beachtlich.

Vor 175 Jahren wurde die Sängervereinigung Bad Rodach damals noch unter dem Namen "Sängerlust" von Kantor Carl Düsel gegründet. Und dies wurde eben Ende September mit einem Festwochenende gefeiert, zu dem dieser festliche Liederabend in der Gerold-Strobel-Halle gehörte. Am Tag zuvor präsentierte die Sängervereinigung das Vocalensemble Coburg bei einem Konzert unter der Letung von Steffi Berg in der Johanniskirche. SV-Vorsitzender Werner Zoufal trug zur Begrüßung ein Gedicht der Heimatforscherin Christa Gilbert vor. Sie hatte sich in Reimen Gedanken über den Chorgesang gemacht und dessen Vorzüge herausgestellt.

Bad Rodachs Zweiter Bürgermeister Ernst-Wilhelm Geiling zeigte Respekt vor der Tatsache, dass sich der Chorgesang in der Thermalbadstadt weiter großer Beliebtheit erfreut. "Und das in Zeiten abnehmender Bereitschaft, ehrenamtlich Verantwortung zu übernehmen", so der Kommunalpolitiker weiter. Neues Liedgut, wie Rock oder Schlager, könne das Chorleben für die jüngere Generation attraktiv machen.

Die Festrede hält der Ehrenvorsitzende des Fränkischen Sängerbundes, Peter Jacobi. Er umriss kurz die geschichtliche Entwicklung der Sängervereinigung, betonte dann, dass durch den Gesang der Einklang von Körper, Geist und Seele des Menschen gestärkt werde. Im Laufe der Jahre hätten die Menschen erkannt, dass das "Leben im Hamsterrad" und der arbeitsträchtige Alltag nicht alles sein können. Seelische Nahrung gebe es nicht im Supermarkt, sondern durch die Pflege kultureller Inhalte. Gerade auch Kinder sollten viel mit Musik in Verbindung gebracht werden, denn dieses Kulturgut trage zu einer positiven Persönlichkeitsfindung bei. Das große Engagement in der SV lobte zudem Landrat Sebastian Straubel. Für langjährige aktive Zugehörigkeit ernannte Werner Zoufal drei Chorleute, die auch im Vorstand tätig waren, zu neuen Ehrenmitgliedern. Es sind Asta Appis, Gudrun Diekhans sowie Heinz Diekhans.

Den festlichen Abschluss des Abends bildete das Bad Rodacher Heimatlied, zum ersten Mal gesungen von den Teilnehmern aller fünf Chöre, Sängerlust Grattstadt (Leiterin: Brigid Jacobi), Gesangverein Heldritt (Knut Gramß), Männerchor des LTV Gauerstadt (Markus Ewald), Liedertafel Roßfeld-Rudelsdorf (Elvira Löwel), Sängervereinigung Bad Rodach (Julia Lucas). Aus organisatorischen Gründen konnte der Chor aus Elsa nicht an der Veranstaltung teilnehmen, wie dessen Vorsitzende, Tamara Cimander, mitteilte.