JOsef Hofbauer

Björn Frömmelt, Pächter des Hofmanns-Kellers, freut sich auf den Annafest-Mittwoch. "Ich habe 33 Tischreservierungen. Mehr als 300 Gäste haben vorbestellt." Nach zwei besuchsmäßig etwas schwächeren Tagen kommt der traditionelle Annafest-Mittwoch, an dem die Forchheimer Geschäftsleute ihre Läden zusperren und mit ihren Angestellten in den Kellerwald gehen, gerade recht.
Bei Kristi Alberti vom Eichhorn-Keller liegen Reservierungen für 800 Plätze vor. Ob Stadtwerke oder Sparkasse, ab Mittag geht es hier rund.
Das bestätigt auch Marlene Zeitler vom Glocken-Keller, auf dem rund 300 Gäste Platz finden. "Wir sind ausgebucht. Die Leute kommen zu uns zum Mittagessen und dann bleiben sie." Wer hier am Annafest-Mittwoch kurzfristig einen Platz sucht, muss Glück haben, dass gerade ein anderer geht.


Mittwoch ist fest gebucht

Ela Reisinger, die den Winterbauer-Keller bewirtschaftet, musste in den vergangenen Tagen sogar einigen Firmen absagen, die einen Platz auf ihrem Keller buchen wollten. "Am Montag und Dienstag haben mindestens ein halbes Dutzend Firmenvertreter angerufen, aber das ist viel zu kurzfristig", erklärt die Pächterin, die den Anrufern nur Ausweichtermine an einem anderen Tag anbieten konnte. Siemens Erlangen und einige Nürnberger Unternehmen gehören zu den Stammgästen am Annafest-Mittwoch auf dem Winterbauer-Keller.
Anneliese Schuster vom Greif-Keller ist ebenfalls "gut ausgebucht". "Vor ein paar Jahren hatte ich das Gefühl, dass der Annafest-Mittwoch nicht mehr das ist, was er früher einmal war. Jeder Geschäftsmann, der etwas auf sich gehalten hat, ließ es ich nicht nehmen, an diesem Tag früher Schluss zu machen und mit seinen Angestellten das Annafest zu besuchen. Die letzten zwei, drei Jahre sei aber ein gegenläufiger Trend festzustellen. Es gehöre wieder zum guten Ton, sich sehen zu lassen. Sehen und gesehen werden. Das werde wieder geschätzt.


Mehr Flexibilität

Das bestätigt auch Inge Schmitt, Chefin des Schindler-Kellers. Auch hier geht es Schlag auf Schlag. Aber: "Es kommen nicht mehr alle auf einmal. Die Gruppen verteilen sich auf den ganzen Nachmittag", hat Inge Schmitt festgestellt. Und weil viele Unternehmen ihre Angestellten auch mit Biermarken versorgen, habe sich eine größere Flexibilität eingestellt.


Das "Who is who"

Das bestätigt Björn Frömmelt, der festgestellt hat, dass die Firmen zunehmend später buchen. Nicht schon mittags, wie früher, deshalb gibt es auf dem Hofmanns-Keller nachmittags auch keine Musik mehr. Dennoch: Am Annafest-Mittwoch trifft sich das "Who is who" Forchheims auf den Kellern. Darin sind sich die befragten Kellerwirte einig.