Michael MEMmel

Es sind kurz nach der Bundestags- und ein Jahr vor der Landtagswahl nicht ungefährliche Fragen, die am Wochenende im Tourismus- und Kongress-Service gestellt werden: Wo steht Bayern? Was läuft gut im Freistaat, was kann besser werden? Und wo wollen wir gemeinsam hin? Die bayerische Staatsregierung will darauf Antworten erhalten von 30 Bürgern aus Bamberg und Umgebung für das sogenannte Bürgergutachten 2030.
"Die Teilnehmer der Bürgerkonferenz helfen mit ihrem Engagement, dass die Regierenden die richtigen Entscheidungen für das Volk - also für uns alle - treffen", freut sich Bürgermeister Christian Lange (CSU), der am Samstag die Eröffnungsrede halten wird.
Die Zusammensetzung der Bürgerkonferenz ist bemerkenswert. Wie Margit Aufterbeck, die zuständige Projektleiterin beim durchführenden Unternehmen Ifok, erklärt, ging es bei der Auswahl der Teilnehmer darum, eine gute, bunte Mischung der Gesellschaft zu erhalten - also Männer und Frauen mit und ohne Migrationshintergrund, aus allen Bildungsschichten und Altersklassen. Dazu wurden über die Meldebehörden per Zufallsverfahren 500 Bürger ausgewählt, die per Anschreiben zur Teilnahme eingeladen wurden. Für Bamberg hätten sich rund 60 Männer und Frauen zurückgemeldet, von denen entsprechend 30 ausgesucht wurden. "Über dieses Verfahren kriegt man auch die schweigende Mitte und nicht nur die Personen, die sich immer wieder von selbst zu Wort melden", sagt Margit Aufterbeck.
Bei jeder der insgesamt acht Bürgerkonferenzen geht es um unterschiedliche Themen. So wird bei der Veranstaltung am Samstag und Sonntag in Bamberg über Bildung, Migration und Integration, Arbeit und soziale Sicherheit im Alter sowie die Bürgerbeteiligung der Zukunft gesprochen.


Gelebte Demokratie

Bürgermeister Christian Lange misst den beiden Tagen eine hohe Bedeutung zu: "Das, was an diesem Wochenende erarbeitet wird, wird kein Papier sein, das in irgendwelchen Aktenschränken verstaubt und in Vergessenheit geraten wird. Nein, es wird Grundlage sein für eine große Online-Beteiligung aller Bürger Bayerns." Für ihn sei diese Veranstaltung "gelebte Demokratie in Reinform" und bilde gleichzeitig den Auftakt in das Jubiläumsjahr. "2018 bis 2019 feiern wir gleich zwei Jubiläen: anlässlich der Gründung 200 Jahre Freistaat Bayern und 100 Jahre Bayerische Verfassung", erklärt Lange.