E s gibt Gesetzmäßigkeiten auf dieser Welt. Wenn es blitzt, folgt der Donner. Wenn ein Sprinter bei olympischen Spielen den Hundert-Meter-Lauf gewinnt, steigt er aufs Siegertreppchen und bekommt die Goldmedaille umgehängt. Und wenn eine Mannschaft bei einem Schulsportwettbewerb im Kreis Haßberge den ersten Platz erreicht, hängt beim Siegerbild ein knallrotes Banner mit dem Werbeaufdruck der Sparkasse im Hintergrund.
Nichts gegen die Sparkasse oder eine andere Bank. Die Sparkassen oder die Raiffeisen-/Volksbanken sind regional ausgerichtete Geldinstitute, die kommunale Einrichtungen, Vereine oder eben auch die Schulen unterstützen. Das ist erst einmal nichts Verwerfliches. Fördern dürfen sie und das sollen sie auch.
Aber es ist unerträglich, wie die Schulen seit Jahren Kinder und Jugendliche als Werbeträger hernehmen. Bei schulischen Veranstaltungen wohlgemerkt. Kaum ein Siegerbild, das an Redaktionen zur Veröffentlichung weitergeleitet wird, von einer erfolgreichen Mannschaft ohne das rote Banner.
Den Buben und Mädchen ist es sicher egal, vor welchem Hintergrund sie fotografiert werden. Sie freuen sich über ihren sportlichen Erfolg. Die Verantwortung liegt in den Schulen bei denen, die das Banner von Wettkampf zu Wettkampf tragen, es aufspannen und meinen, sie müssen sich die Unterstützung des Sponsors auf diese Art und Weise sichern. Die Frage stellt sich, inwieweit sich Schule und Werbung vertragen. Haben Schulen nicht eine gewisse Neutralitätspflicht?