Der Obst- und Gartenbauverein Steinberg beschenkt alljährlich die Erstklässler aus Steinberg und Umgebung mit einem Obstbaum. Im Vorfeld hatten sich vier Kinder auch heuer unter verschiedenen Sorten ihren persönlichen Lieblingsbaum ausgesucht, den sie - nachdem die ersten aufregenden Schultage schon hinter ihnen lagen - von den Gartlern geschenkt bekamen. Natürlich ließen es sich die frischgebackenen stolzen Baumbesitzer nicht nehmen, ihre "Schätze" persönlich in Empfang zu nehmen. Die neuen stolzen Schulbaum-Besitzer sind Lena Ebertsch, Semjon Robitschko, Margarete Lieb und Maxi Wich.

Entsprechend groß war die Aufregung auf dem OGV-Vereinsgrundstück in der Weinbergstraße, wo den drei Mädchen (ihr Klassenkamerad konnte nicht anwesend sein) die Vorfreude ins Gesicht geschrieben stand. Neugierig warfen sie schon einmal einen interessierten Blick auf ihre Schulbäume, die mit der genauen Angabe der Sorte und Namensschildchen versehen waren. Lena, Maxi und Semjon hatten sich alle für einen Apfelbaum entschieden, für Margarete sollte es ein Kirschbaum sein.

Bevor jedes Kind seinen persönlichen Baum in Empfang nahm, freute sich der Vorsitzende des OGV Steinberg, Peter Mastalerz, dass die Traditionsveranstaltung heuer bereits in die 30. Runde gehen könne und man dabei bereits 376 Schul-Obstbäume verschenkt habe.

Die Wurzeln dieses Brauches, der über eine solch lange Zeitspanne im gesamten Landkreis und wahrscheinlich weit darüber hinaus nur von den Steinberger Gartlern aufrechterhalten wird, reichen weit zurück. Demnach wurden bei der Schulbaum-Aktion schon vor Jahrzehnten alle Schüler aus Steinberg und Umgebung mit Obstbäumen beschenkt, jedoch früher erst zum Ende ihrer Schulzeit. Diese Tradition schlief irgendwann ein, bevor sie 1991 der OGV zu neuem Leben erweckte. Seitdem wird diese Tradition aufrechterhalten, was für einen Verein in einer solchen Größenordnung durchaus einen finanziellen Kraftakt darstellt. Gleichzeitig wurde damit ein erheblicher Beitrag zur Ortsverschönerung geleistet.

Wertvolles Obst

Obst, am besten frisch vom Baum, schmücke - darin zeigte sich der Vorsitzende sicher - nicht nur besser als jeglicher "Süßkram", sondern sei zudem weitaus gesünder. Gleichzeitig schenke Obst neuen Schwung und neue Energie, was gerade auch für das Lernen in der Schule sehr wichtig sei.

Die Steinberger Gartler zeigen aber nicht nur in Sachen Schulbaum großes Engagement, sondern in vielerlei weiteren Bereichen für Landschaftspflege sowie Verschönerung des Steinberger Ortsbildes. So veranstaltet man beispielsweise Schnittkurse, eine Pflanzentauschbörse sowie Vorträge und ähnliche Aktionen rund um das grüne Reich, was heuer coronabedingt weitgehend nicht möglich war. Auch das Schmücken des Gotteshauses St. Pankratius Steinberg zum Erntedankfest obliegt dem Obst- und Gartenbauverein. Auf Wunsch der Gemeinde wurde das Beet an der Brücke gegenüber vom Einkaufsmarkt Geiger vorbereitet, bepflanzt und mit Holzhackschnitzeln aufgefüllt. Auch des Areals beim Parkplatz in der Hofwiese nahmen sich die Gartler an und verwandelten es in ein wahres Schmuckstück. Erst kürzlich wurde in Steinberg das renovierte Steinkreuz in der Eibigstraße eingeweiht. Das Zeugnis tiefer Frömmigkeit hatte auf Initiative des OGV eine Sanierung erfahren. Stets haben die Gartler ein offenes Ohr für die Belange aller Naturliebhaber und stehen ihnen hilfreich zur Seite.

Engagement der Gartler gelobt

"Wir hoffen, dass eure Schulzeit genauso so viele Früchte trägt wie eure Bäume", gab der Vorsitzende den Kindern mit auf den Weg. Dem konnte sich Wilhelmsthals Zweiter Bürgermeister Gerhard Eidelloth nur anschließen. Er lobte das vielfältige Engagement der rührigen Gartler, gerade auch bei der Pflege ihrer wunderschönen Anlage. Auch er wünschte den Kindern, dass die Bäume gut gedeihen, und viel Spaß in der Schule.

Dann durften die Erstklässler endlich ihre Bäume "frisch" aus der Baumschule entgegennehmen. Der Vorsitzende verpasste den Obstbäumen gleich ihren ersten Schnitt und bereitete sie so auf das Einpflanzen im heimischen Garten vor. Trotz des hohen finanziellen Aufwands will der OGV den alten Brauch in den nächsten Jahren beibehalten. hs