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Zweifelsheim

Schülerfreuden in den Ferien

Der Verein "Weihnachtskürbis" hilft bedürftigen Kindern. Drei junge Herzogenauracher wurden stellvertretend für viele eingeladen, um bei Anita Groß in Zweifelsheim Schulranzen entgegen zu nehmen.
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Abdolhadi und Adam (rechts) packen den Schulranzen aus, Nele (mit Schultüte) schaut zu. Herzogenauracher Kinder wurden vom Verein "Weihnachtskürbis" beschenkt. Anette Hagen und Heike Krämer (von rechts) helfen mit. 3000 Euro hat Eva Zurek (daneben) zusätzlich aus Stiftungsgeldern mitgebracht. Links hinten Gastgeberin Anita Groß.  Foto: Bernhard Panzer
Abdolhadi und Adam (rechts) packen den Schulranzen aus, Nele (mit Schultüte) schaut zu. Herzogenauracher Kinder wurden vom Verein "Weihnachtskürbis" beschenkt. Anette Hagen und Heike Krämer (von rechts) helfen mit. 3000 Euro hat Eva Zurek (daneben) zusätzlich aus Stiftungsgeldern mitgebracht. Links hinten Gastgeberin Anita Groß. Foto: Bernhard Panzer

Bernhard Panzer Die Stifte haben es ihm besonders angetan. Abdolhadi bekommt große Augen, als er seinen Schulranzen auspackt und die Errungenschaft seinen Eltern präsentiert. Der kleine Syrer kramt ein Schlampermäppchen hervor und Hefte, selbst Süßigkeiten und Spielzeug gehören zum Geschenk. "Da ist alles drin, was ein Kind in der ersten Klasse so braucht", sagt Heike Krämer.

Sie ist die Erste Vorsitzende des Vereins "Weihnachtskürbis" aus Fürth. Dieser spendet alle Jahre zum Schulschluss bedürftigen Kindern Erstausstattungen für das kommende Schuljahr. Die Adressen bekommen die Spender von sozialen Organisationen, wie zum Beispiel Frauenhäusern und Kindergärten, der Flüchtlingshilfe sowie Diakonien oder von der Caritas. Alle Jahre wird mit der Schulranzen-Aktion 50 bis 60 Kindern in der Region der Start in die Schule erleichtert. Rund 10 000 Euro lässt man sich das jeweils kosten.

Idyllischer Treff im Garten

Dieses Jahr trifft man sich im großen Garten der Familie Groß in Zweifelsheim. Auch Nele ist gekommen und betrachtet, im Arm ihrer Mama Nicole, anfangs noch ein bisschen schüchtern, wie Abdolhadi mit tatkräftiger Unterstützung seines vierjährigen Bruders Adam seine Schultasche auspackt. Später kommt noch Ryan, gemeinsam mit seinen aus Sri Lanka stammenden Eltern.

Die Herzogenauracher Kinder sind nur drei von rund dreißig, die dem Verein in diesem Jahr bisher genannt wurden. Durch Corona ist heuer alles anders als sonst, viel komplizierter. "Monatelang gab's ja keine Ansprechpartner in den Kitas", sagt Heike Krämer, die bei der Übergabe von Anette Hagen unterstützt wird. Aber es sollen schon wieder an die fünfzig werden, der Verein nimmt noch Empfehlungen entgegen. Beide Frauen hoffen, dass auch die Einkäufe wieder einfacher werden. Manche Händler hätten zeitweise gar nicht liefern können.

Seit zehn Jahren ist "Weihnachtskürbis" aktiv. Der gemeinnützige Verein hat sich der Förderung bedürftiger Kinder und Jugendlicher in Franken verschrieben. So steht es auf dem Flyer. Angeschlossen sind mehrere "Töchter", beispielsweise drei soziale Läden mit dem Titel "franken fair". Die Vorsitzende verdeutlicht: "Wir helfen da, wo keine anderen in der Pflicht sind." Und zwar das ganze Jahr über, konkret und individuell.

Auch die Gastgeberin der Aktion, Anita Groß aus Zweifelsheim, ist Mitglied im Verein und unterstützt die Aktionen. Beispielsweise sammelt sie ein, was bei den Basaren in den Herzogenauracher Pfarreien übrig geblieben ist. "Die Sachen gebe ich dann in den sozialen Laden", sagt die Herstellerin von Marmeladen und Brotaufstrichen, die in dem kleinen Herzogenauracher Ortsteil gemeinsam mit ihrem Mann Matthias einen Hofladen führt und unter dem Titel "Gutes aus Franken" firmiert.

Zusätzliche Geldgabe

Diesmal gibt's noch eine weitere Unterstützung. Aus dem Budget der Nürnberger "Vita P&P-Stiftung" fließen 3000 Euro in die Schulranzen-Aktion. Die Stiftung der Nürnberger Investorengruppe P&P (in Herzogenaurach bekannt durch den Kauf der ehemaligen Puma-Verwaltung) hat in diesem Jahr einen extra Sozialfonds in Höhe von einer halben Million Euro eingerichtet. Das Geld werde dazu verwendet, um Schäden aus der Corona-Krise abzumildern, sagt Eva Zurek von der Stiftung bei dem Ortstermin.

Und dann packen die Kinder aus. Mit ihnen freut sich auch Elisabeth Klenk von der Herzogenauracher Flüchtlingshilfe. Sie begleitet die syrische Familie von Abdolhadi seit ihrer Ankunft im Jahr 2015. Inzwischen haben sie eine Wohnung gefunden. Und auch Heike Krämer lächelt, als sie die strahlenden Kinderaugen sieht und bei den Eltern Erleichterung und Dankbarkeit für die Hilfe verspürt.