Die unbefriedigende Situation bei der Kompostieranlage kam in der jüngsten Trebgaster Gemeinderatssitzung zur Sprache. Die Zufahrt zur geteerten Grüngut-Lagerfläche ist, vor allem nach Regenfällen, in keinem guten Zustand. Ein Gemeinderat sprach sogar von einem "Saustall". Die Gemeinde sieht in erster Linie den Landkreis und den Pächter in der Pflicht, für Abhilfe zu sorgen. Wir sprachen deshalb mit Detlef Zenk von der Umwelt- und Abfallberatung am Landratsamt Kulmbach.

Herr Zenk, wie stellt sich die Situation für den Landkreis dar?
Detlef Zenk: Natürlich wissen auch wir, dass die Zufahrt zur Kompostieranlage des Landkreises optisch nicht gerade ein Schmuckstück ist. Die Konstellation ist zunächst so, dass die Gemeinde Trebgast Grundstückseigentümer und Otmar Ramming der Pächter ist. Wir haben mit Herrn Ramming einen Vertrag, wonach er für den Landkreis das angelieferte Grüngut häckselt, kompostiert und verwertet. Für diese Arbeit wird er vom Landkreis bezahlt. Dieser Vertrag ist an keinen Ort gebunden. Herr Ramming könnte das für uns genauso gut an einer anderen Stelle tun.

Der unbefriedigende Zustand ist aber schon länger Realität.
Er ist uns auch schon länger ein Dorn im Auge. Das Problem ist, dass über die Existenz des Bahnübergangs die ganze Zeit diskutiert wurde. Es stand ja lange im Raum, dass er eventuell geschlossen werden soll. Dann hätte der Pächter den Standort aufgeben müssen, das heißt, eine Investition wäre sinnlos gewesen. Seit klar ist, dass der Übergang bleibt - und das ist ja noch nicht so lange her - können wir wieder davon ausgehen, diesen Platz längerfristig zu betreiben.

Der Übergang wurde am 13. Dezember 2015 wieder freigegeben. Welche Gedanken verfolgt der Landkreis jetzt?
Wir haben im Herbst letzten Jahres im Trebgaster Rathaus mit dem Bürgermeister gesprochen - Otmar Ramming war zwar nicht dabei, aber eingebunden -, weil wir während der Baumaßnahmen am Übergang den Platz verlegen mussten. Wir haben bei diesem Treffen sofort darauf hingewiesen, die Gelegenheit zu nutzen und den Platz zu asphaltieren, wenn schon eine Baufirma vor Ort tätig ist. Die Gemeinde muss zunächst klären, ob Herr Ramming die Anlage an dieser Stelle überhaupt weiterbetreiben will. Sie muss eine Kostenermittlung erstellen und mit ihm darüber reden, wer die Kosten tragen kann. Wir als Landkreis dürfen aus den Müllgebühren für einen Platz, der der Gemeinde gehört, und der an Herrn Ramming verpachtet ist, aus rechtlichen Gründen kein Geld geben. Das wäre so, als ob wir einer Firma, die für uns Müll transportiert, den Hof befestigen. Alle 14 Partner, die für uns Grüngut kompostieren, sind selbst für ihren Platz zuständig und müssen dafür sorgen, dass er angefahren werden kann.

Wie könnte eine Beteiligung des Landkreises dann aussehen?
Der Landkreis erwartet, dass die Gemeinde die entsprechenden Gespräche führt, die Rahmenbedingungen festlegt und dann sagt, was Sache ist. Wir können nur aufgrund vertraglicher Vereinbarungen über längerfristige Verträge Hilfestellung geben. Eine Beteiligung des Landkreises in Form einer direkten Zuzahlung scheidet aus.

Wie geht es jetzt weiter?
Wir arbeiten mit den Gemeinden sehr gut zusammen. Davon profitiert unser gutes Abfallwirtschafts-Konzept. Deshalb haben wir für 25. Januar ein Gespräch vereinbart, bei dem alle Partner am Tisch sitzen. Wir wollen eine Lösung suchen und hoffentlich auch finden. Ziel ist ganz klar, dieses Schlammloch in der Zufahrt zu beseitigen.

Wie stellt sich der Landkreis zur widerrechtlichen Fremdnutzung?
Die Fremdnutzer sind in der Tat ein Problem. Wir haben extra einen Mitarbeiter eingestellt, der überall häufig Kontrollen durchführt. Wir werden weiter gegensteuern und uns Schritte überlegen, um dagegen vorzugehen. Das kann bis zu einer Überwachung führen. Durch die Fremdnutzer wird unser bürgerfreundliches System gnadenlos ausgenutzt. Vor allem von Bürgern aus dem Raum Bayreuth.

Das Gespräch führte
Dieter Hübner.