Das Landeskomitee der Katholiken in Bayern hat mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen die Bedeutung der Demokratie für Staat, Politik, Gesellschaft und Kirche gewürdigt. "Nationalistisches und egoistisches Denken können zu Ausgrenzung, Machtmissbrauch, Korruption und letztlich zu einer Zersplitterung der Gesellschaft führen", stellten die katholischen Laien in einer Erklärung am Ende ihrer Herbstvollversammlung am Freitag und Samstag in Bamberg laut eigener Pressemitteilung fest. Es gelte, sich der Gefährdungen bewusst zu sein, um den "Wert eines demokratisch, freiheitlich, gerecht und solidarisch ausgerichteten Staates schätzen zu können".

Das Landeskomitee der Katholiken in Bayern ist der Zusammenschluss der Diözesanräte der bayerischen Bistümer und der auf Landesebene tätigen kirchlich anerkannten Organisationen und Einrichtungen. Seine Vollversammlung in Bamberg stand unter dem Titel "Demokratie braucht Menschen und Werte". Die Tagung nimmt Bezug auf die erste Verfassung des Freistaats Bayern, die vor 100 Jahren am 15. September 1919 in Kraft trat, nachdem sie in Bamberg vom Bayerischen Landtag verabschiedet worden war.

In einem Gottesdienst anlässlich der Herbstvollversammlung hat auch der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick die Christen aufgerufen, sich für Demokratie und Humanität, Freiheit und Gemeinsinn, Gerechtigkeit und Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. Dies gelte besonders in der heutigen Zeit, die von Populismus und Nationalismus, Individualismus und Konsumismus geprägt sei.

Auszeichnung für Alfons Galster

Im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung wurde zudem der ehemalige Vorsitzende des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Bamberg, Alfons Galster, für seine langjährigen Verdienste mit der Franz-Eser-Medaille geehrt. red