Die Sanierung der Grund- und Mittelschule in Hallerndorf geht nicht so zügig voran, wie es eigentlich geplant war. Grund hierfür sind die dort aufgefundenen Schadstoffe und deren Entsorgung, da die beauftragte Baufirma ihre Mitarbeiter nicht gefährden möchte.

Alles muss so sicher eingerichtet werden, dass die Firma dort unbeschadet arbeiten kann. Dafür muss beispielsweise schädlicher Staub so abgeführt werden, dass die Grenzwerte für Arbeitsplätze eingehalten werden, erklärte Andreas Konopatzki vom betreuenden Architekturbüro Konopatzki und Edelhäuser. Als im Juni festgestellt wurde, dass in den Fensterfugen asbesthaltiges Material eingesetzt ist, mussten die Arbeiten wegen der möglichen Freisetzung von Asbest zunächst gestoppt und Angebote zur Asbestsanierung eingeholt werden, erläuterte Konopatzki.

Für die Abdichtung der Aluminiumrahmen rund um die Glasbausteine wurde damals asbesthaltiger Fugenkitt verwendet. "Dieser muss komplett entfernt werden", erklärte Konopatzki. Weil Gewerbeaufsichtsamt und Berufsgenossenschaft auf die Sicherheit am Arbeitsplatz achten, geht das ausschließlich unter Arbeitsschutz. "Wir sind bestrebt, den bestmöglichen Weg zu finden", versicherte der Architekt den Gemeinderäten.

Diese unterstellten, dass der Architekt bereits 2017 hätte wissen müssen, dass Schadstoffe im Gebäude zu finden sein würden. "Wir konnten nicht erkennen, dass im erstellten Gutachten Dinge fehlen", verteidigte sich Konopatzki. Die Schadstoffe wären schließlich nicht offenkundig verbaut gewesen, sondern hätten sich gut versteckt. Auch die durchgeführte Raumluftmessung habe das nicht widergespiegelt.

Durch den Baustopp verlängere sich nicht nur die Bauzeit, sondern es werde bestimmt auch um einen sechsstelligen Euro-Betrag teurer, vermutete Matthias Erlwein (JAB). Gerhard Bauer (WG Hallerndorf) wollte wissen, mit wie viel Risikofaktoren die Gemeinde noch zu rechnen habe.

Es gebe immer wieder Punkte zu klären, wiegelte der Architekt ab. Schließlich träten in der Abbruchphase immer wieder ungeplante Dinge aus den Tiefen des Gebäudes zutage. So könnten sie nicht sicher sein, dass in jedem Raum immer die gleichen Materialien verbaut wurden, und müssten demnach alles einzeln überprüfen. Ein schnelleres Bautempo wäre sicherlich allen lieber, es wäre jedoch nicht legal, wies der Konopatzki auf die Sicherheit der Beschäftigten hin.

Daher beauftragten die Gemeinderäte einstimmig das Ingenieurbüro Anbus-Analytik aus Fürth mit der Sachverständigenbaubegleitung bei der Schadstoffsanierung der Grund- und Mittelschule Hallerndorf zum Angebotspreis von 36 256 Euro.

Da im Bestandsbauwerk Schadstoffe gefunden wurden, kam es zu Nachträgen bei der mit den Arbeiten beauftragten Firma Laise und Ruhm. Beim Abbruch der Fassade kam es zu einem Mehraufwand von 35 303 Euro, da Fugen der Fassadenverkleidung mit asbesthaltigen Materialien verfüllt waren. Aufgrund der Asbestbelastung müsse für 8449 Euro ein Umkleide- und Duschcontainer aufgestellt werden, erklärte Architekt Konopatzki.

Rampe für Baumaschinen

Auch dem stimmten die Gemeinderäte einstimmig zu, ebenso der Nachtragsvereinbarung zum Mehraufwand wegen der Errichtung einer Rampe für schwere Baumaschinen.