Das Thema "Querungshilfe" in der Zeiler Straße zum Rewe-Markt in Sand ist nicht neu, stellt der Sander Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD) im Blick auf unseren gestrigen Bericht (Seite 16) zur CSU-Ortsbegehung mit Landrat Wilhelm Schneider fest. Neu seien für ihn die Töne, die aus dem Landratsamt dazu zu vernehmen waren. Landrat Wilhelm Schneider hatte festgestellt, dass eine Fußgängerüberquerung dort durchaus machbar wäre, da die Zeiler Straße dort sehr breit sei. Das wurde im Landratsamt nicht immer so gesehen, meint dagegen nun Ruß.

"Mit der Querungshilfe haben sich Verwaltung und Bauausschuss der Gemeinde Sand schon vor Jahren befasst. Mitglieder, die schon länger im Gemeinderat sind, werden sich sicherlich noch daran erinnern", meint der Sander Bürgermeister. So habe sich der Bauausschuss der Gemeinde schon im Januar 2010 ausführlich mit der Verkehrssituation vor dem Rewe-Markt beschäftigt. Auch sei immer wieder einmal in Gemeinderatssitzungen nachgefragt worden.

Vorstöße ohne Erfolg

Schon 2002 seien seitens der Verwaltung Vorstöße bei der Tiefbauverwaltung des Landkreises unternommen worden, eine Querungshilfe hier einzubauen, damit Fußgänger und Radfahrer sicherer den Einkaufsmarkt erreichen können, erinnert Ruß. Die seinerzeitige Verwirklichung scheiterte demnach daran, dass der seitliche Parkstreifen vor dem Friseursalon Wittig der erforderlichen Fahrbahnverschwenkung um die Mittelinsel herum hätte geopfert werden müssen. Ein Einbau einer reinen Insel war durch die notwendigen Fahrspurbreiten von 3,50 Metern und einer Breite der Verkehrsinsel von 2,50 Metern nicht möglich.

Der Bürgermeister: "Nachdem erneut Anfragen von Mitbürgern gestellt wurden und ein Parkstreifen durch den Umzug des Friseursalons dort nicht mehr zwingend erforderlich war, wurde ein erneuter Versuch gestartet, den Einbau der Querungshilfe genehmigen zu lassen."

Aber: Bei einer Besprechung hatte der scheidende Amtsleiter der Tiefbauverwaltung am Landratsamt, Axel Meffert, auf den bereits zuvor geforderten Breiten beharrt, erinnert sich Ruß. Erschwerend kam demnach noch hinzu, dass wegen des starken Quergefälles ein zusätzlicher Straßeneinlauf an der Mittelinsel für die Straßenentwässerung gefordert wurde. Und: Wie Meffert damals ausgeführt habe, sei seiner Erfahrung nach durch den Einbau der Mittelinsel nicht mit einer Reduzierung der Geschwindigkeit einfahrender Fahrzeuge zu rechnen.

Signal vom Landkreis

In der folgenden Bauausschusssitzung wurden Ruß zufolge den Ratsmitgliedern die Verkehrssituation und die Planung zur Verbesserung aufgezeigt. Die Ausschussmitglieder waren einhellig der Meinung, dass durch die Konzentration der Finanzmittel auf nur wenige Hauptprojekte eine derartig kostenintensive Umbaumaßnahme des Ortseingangsbereiches nicht machbar wäre. Die Maßnahme solle vorerst zurückgestellt werden bis zur Generalüberholung der Fahrbahn nach dem Kreisstraßen-Ausbauplan 2014.

Bürgermeister Ruß: "Im Kreisstraßenausplan wurde die Generalüberholung der Fahrbahn in der Zeiler Straße, der Kreisstraße HAS 16, zurückgestellt. Das kann man wieder ändern. Nachdem der Landrat als oberster Vertreter des Eigentümers der Straße dem Anliegen der Gemeinde positiv gegenüber steht, werte ich seine Aussagen bei der Begehung in Sand als Signal dafür, dass die von der Gemeinde Sand seit fast 20 Jahren angestrebte Verbesserung der Situation am nördlichen Ortseingang nun zeitnah umgesetzt werden kann." red