Das Leader/LAG-Projekt "natur.erlebnis.Wäldla" ist in trockenen Tüchern. Diese Nachricht brachte Bürgermeister Christian Ruppert ganz frisch von einem Treffen im Landratsamt Kulmbach mit in die Jahresschlusssitzung des Pressecker Gemeinderats. Das "interkommunale Kooperationsprojekt zur Gestaltung des demografischen Wandels" in Presseck, Marktrodach und Wallenfels, wie es sich selbst beschreibt, will "Familien einladen zu kommen und Einheimische überzeugen zu bleiben."

Das Projekt erfülle 31 von 36 Punkten, mithin 86 Prozent des Kriterienkatalogs für die Leader-Förderung der Europäischen Union, teilte Ruppert als Ergebnis der Beurteilungs-Sitzung der Bürgermeister der beteiligten Kommunen und Landkreise mit.

Das Gesamtprojekt aus insgesamt elf Bausteinen zur Freizeitgestaltung um die "Drehkreuze" Wallenfels, Seibelsdorf, Wartenfels und Presseck gehe nun in die Finanzierung. Für die insgesamt 5,77 Millionen Euro Gesamtkosten erwarte man 70 Prozent an Zuschüssen aus dem Leader-Fonds. Die verbleibenden 30 Prozent müssten die drei Kommunen aus eigenen Mitteln tragen beziehungsweise hierfür je nach Projektanteil weitere Förderungen an Land ziehen. Grob überschlagen fehlen den drei Gemeinden dafür augenblicklich noch zwei Millionen Euro. Wohlwollende Gespräche, so Ruppert, habe es aber bereits mit den Landkreisen und der Oberfrankenstiftung gegeben. Unter anderem auch Landrat Klaus Peter Söllner sehe das Projekt sehr positiv. Für die drei Kommunen sei es "eine Riesenchance" für die Weiterentwicklung.

Blick auf "bewegtes Jahr"

In diesem Zusammenhang blickte Bürgermeister Ruppert "auf ein bewegtes Jahr" in der Marktgemeinde zurück. Umfangreiche Projekte wie der Umbau und die Sanierung des Schulhauses sowie die Erneuerung der Wasserversorgung seien bereits am Laufen, mehrere Projekte zur Ortsbildverbesserung weitgehend abgeschlossen. Der Glasfaser- und Breitbandausbau gehe voran. Augenfällig seien die Veränderungen mittlerweile durch neue Begrüßungstafeln mit dem neuen Slogan "Herrliche Aussichten", mit dem Presseck auf sich aufmerksam machen will. In den Brandschutz sei weitreichend investiert worden. Mit dem Waldfriedhof bei Heinersreuth werde Presseck ein Alleinstellungsmerkmal bekommen. Weitere Projekte seien am Laufen. "Uns wird es also auch im nächsten Jahr nicht langweilig werden", so Ruppert.

In diesem Sinn beurteilte auch Raimund Graß für die CSU-Fraktion die Lage in Presseck als aussichtsreich, wiewohl man die Kosten immer im Auge behalten müsse. Dass man 2021 keine Stabilisierungshilfen bekomme habe, sei bedauerlich.

Dass die Abwicklung all der Vorhaben für die nicht übermäßig besetzte Verwaltung nicht einfach sei, erkannte Ludwig Ruml für die Freien Wähler an. Gerd Leinfelder verwies für die SPD auf die konstruktive Zusammenarbeit in Gemeinderat und Verwaltung, bedauerte aber den Verlust der Diakoniestation. Er bat ferner darum, die Neugestaltung nicht aus den Augen zu verlieren und unter anderem auch wieder mehr für die Wintersportmöglichkeiten zu werben. Zudem stellte er in den Raum ("Lacht nicht, sondern denkt darüber nach"), 2028 das 666-jährige Bestehen der Gemeinde zu feiern.