Lediglich neun Reservisten-Gruppen aus Bayern wird der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in diesem Jahr auf Einsätze ins Ausland schicken. Aufgrund der Corona-Pandemie ist ein Mehr nicht möglich. Und auch bei den Gruppen, die 2021 im Einsatz sind, gelten spezielle Regeln. So leben die Großwenkheimer zwei Wochen lang in "einer eigenen Blase", haben kaum Kontakt nach Außen und werden sich in ihrer Unterkunft direkt am Einsatzort auf dem Soldatenfriedhof am Futa-Pass in Italien selbst versorgen müssen.

Wie Erich Fries, der Organisator des diesjährigen Einsatzes, bei einem Treffen der Teilnehmer erklärte, liegt der deutsche Soldatenfriedhof am Futa-Pass - mit 952 Metern Höhe vergleichbar mit der Rhön - mit 30 683 Gefallenen des Zweiten Weltkrieges auf einer Bergkuppe 40 Kilometer nördlich von Florenz. Er ist der größte deutsche Soldatenfriedhof in Italien. Etwas abseits der Auto-Pfade der Touristen liegt der Friedhof auf einer Anhöhe und inmitten des ehemaligen Kampfgebietes zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Der Futa-Pass war 1944 einer der wichtigsten Stützpunkte der "Grünen Linie", auch "Gotenlinie" genannt, die den Vormarsch der Alliierten nach Norden bremsen sollte. Die meisten der auf diesem Friedhof bestatteten Gefallenen sind Opfer der britischen und amerikanischen Angriffe Ende August 1944 gegen deutsche Stellungen zwischen Carrara am Ligurischen Meer und Rimini an der Adria.

Über 900 Kilometer weit weg

Die Großwenkheimer Reservisten haben sich in diesem Jahr trotz personeller Probleme nach der Anfrage durch den Volksbund entschlossen, den Einsatz durchzuführen. Die Anreise wird nicht "gleich um die Ecke" sein, das Ziel ist von Großwenkheim 933 Kilometer entfernt. Den Fahrdienst für die erste Gruppe und die Rückfahrt der zweiten Gruppe übernimmt die Bundeswehr. Dafür werden zwei Soldaten der Mainfranken-Kaserne in Volkach mit zwei Fahrzeugen abgestellt. Personell unterstützt werden die Großwenkheimer bei ihrem Arbeitseinsatz auf dem Soldatenfriedhof von sechs Reservisten aus Burglauer.

In zwei Gruppen werden die Männer nach Italien aufbrechen. Die erste Gruppe startet am Samstag, 17. Juli, die zweite Gruppe eine Woche später. Ihre Aufgabe wird es vordringlich sein, dem Graswuchs zwischen den Gräbern Einhalt zu gebieten. Des Weiteren soll eine Fläche am neuen Gästehaus mit Steinplatten befestigt werden. Die meisten der Reservisten haben bereits einen vollständigen Corona-Impfschutz. "Ansonsten gelten die in Italien gerade geltenden Corona-Regeln", so Erich Fries. Er geht von einem problemlosen Einsatz aus. pz