Strahlende Gesichter, leuchtende Augen, glückliche Momente - so manche Erinnerung an Kindheitstage wurde beim "Drei-Klang-Konzert für Körper, Geist und Seele" von "Rekkenze Brass" im Lucas-Cranach-Haus wach. 45 Minuten lang boten die Musiker Benjamin Sebald und Dominik Thoma an den Trompeten, Sebastian Krügel am Waldhorn, Rainer Streit an der Tuba sowie Elisabeth Nußrainer an der Posaune im Speisesaal ein bunt gemischtes Repertoire alter Volks- und Kinderlieder, Schlager und "Gassenhauer" mit Ausflügen in die Popmusik und Oper bis hin zu Chorälen und klassischen Werken - kurzum: jede Art von Musik, die sich durch Blechröhren und Ventile jagen lässt.

Dabei lauschten die Heimbewohner nicht nur den schönen Klängen, sondern stimmten sogleich in die wohlbekannten Melodien mit ein. Es wurde gesungen, geklatscht und geschunkelt, und farbige Tücher wurden im Takt geschwungen, dass es eine wahre Freude war.

Zu verdanken war die musikalische Hör- und Mitmachstunde dem Bezirk Oberfranken und der angegliederten Oberfrankenstiftung, die mit diesem Projekt eine Brücke zwischen den Generationen schlagen möchte. Musiziert wird sowohl in Kindergärten und Schulen als auch in sozialen Einrichtungen und Seniorenhäusern. Bei Kindern soll von klein auf die Freude an der Musik und der eigenen musikalischen Betätigung geweckt werden.

Vor Glück strahlende Augen

Gerade für Senioren eröffnet Musik einen Zugang zur eigenen Vergangenheit. Wie wunderbar dies dem Ensemble der Hofer Symphoniker gelungen ist, zeigten die vor Glück nur so strahlenden Augen der Senioren, denen die Begeisterung für die herrliche Musik deutlich anzumerken war. Benannt wurde "Rekkenze Brass" nach dem slawischen Namen einer Dorfsiedlung, aus der die Stadt Hof hervorgegangen ist. 1978 gegründet, hat die Formation Auftritte in über 20 Ländern einschließlich Amerika und dem Fernen Osten aufzuweisen.

Ungewöhnliche Instrumente

Mit Leichtigkeit, Charme und Heiterkeit zeigte das Quintett, das sich und die jeweiligen Instrumente eingangs in einer kleinen Solorunde vorgestellt hatte, auch in Kronach auf, wie durchlässig die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Musikgattungen sein können. Dabei kamen auch eher ungewöhnliche Instrumente zum Klingen, so etwa ein "Schlauchhorn", bestehend aus einem mit einem Mundstück und Abfülltrichter versehenen Gartenschlauch, dem Sebastian Krügel wunderbare Klänge entlockte. Für Erheiterung sorgte der Musiker, als er den Gartenschlauch während des Spielens in bester Wildwest-Manier wie ein Lasso über dem Kopf schwang.

Die "Christine-Polka"

Benjamin Sebald, der durch das Programm führte, erzählte auch kurz Geschichten zum Hintergrund der angestimmten Stücke. Er war es auch, der kurzerhand die Bewohnerin Christine als weitere Musikerin engagierte. Mit einer Triangel bewies die zauberhafte Seniorin bei der ihr gewidmeten "Christine-Polka" durchaus musikalisches Talent. Doch nicht nur sie, sondern auch die weiteren Heimbewohner waren von Anfang an "mittendrin statt nur dabei". So bezog das Ensemble bei seiner Reise durch die Musik sein Publikum immer wieder ein.

Ein ums andere Mal "testeten" dabei die Musiker deren musikalisches Wissen und ließen sie bei Potpourris die zum Klingen gebrachten Musikstücke, darunter beispielsweise "Pippi Langstrumpf", "Der rosarote Panther", "Ein Männlein steht im Walde", "Am Brunnen vor dem Tore", "Horch, was kommt von draußen rein" und "Lieb Heimatland ade", erraten. Der Stolz darüber, Stücke erkannt zu haben, war den Senioren deutlich anzumerken.

Heimbewohner erzählten

Das Quintett hörte aber auch gerne zu, wenn die Heimbewohner erzählten, welche Musik sie früher hörten oder welche Musikinstrumente sie selber spielten. Mit der Zugabe "Muss i denn" fand der musikalische Ohrenschmaus sein Ende.

Im Anschluss gab "Rekkenze Brass" das gleiche Konzert im BRK-Seniorenhaus Kronach, wo es ebenfalls begeisterte Reaktionen hervorrief.