"Langsam Licht am Ende des Tunnels" sieht Regiomed-Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke, wenn er den Sanierungsprozess des Klinik-Konzerns betrachtet. In Teamgesprächen sei ein Einsparungspotenzial von insgesamt 17 Millionen Euro ermittelt worden, berichtete er am Montag in der Sitzung des Lichtenfelser Kreistages. Hierunter je drei Millionen Euro in den Häusern Coburg und Hildburghausen sowie durch die neue Zentralküche und den Posten Sachbedarf/Einkauf sowie eine Million Euro im Klinikum Lichtenfels. Doch jedes dieser Einsparungspotenziale sei eine Herkulesaufgabe, betonte Schmidtke. "Die wirtschaftlichen Ergebnisse werden besser, aber wir werden uns nicht ausruhen können." Es stünden beispielsweise Ersatzbeschaffungen für Medizintechnik im Wert von etwa 40 Millionen Euro an.

Die Konzernsanierung ging, wie Schmidtke schilderte, mit vielen Neubesetzungen einher. Auf konkrete Nachfrage von Bernhard Storath (CSU), was mit den bisherigen Geschäftsführern geschehen sei, sagte er, nur Chefarzt Dr. Brachmann sei weiterhin an Bord. Andere hätten sich beruflich verändert, dies sei einvernehmlich und ohne Zahlung von Abfindungen geschehen. Michael Jung befinde sich in Altersteilzeit. Weitere Nachfragen von Kreisräten betrafen u.a. die Tarifbezahlung und geplante Veränderungen beim Schreibdienst durch digitale Spracherkennung. Der für die bayerischen Einrichtungen zuständige Geschäftsführer Robert Wieland sagte hierzu, man versuche, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, könne dies aber nicht ausschließen. Informiert wurde über neue Ärzte, die man habe gewinnen können, darunter die "exzellente Handchirurgin" Dr. Nadine Suffa, die zuletzt in Erlangen tätig war. Das von Regiomed betriebene MVZ werde die gynäkologische Praxis Fleischmann mit Dr. Anna Kittel weiterführen. Auch in Sachen Imagepflege ist der Verbund aktiv, wie zu erfahren war, und will als Hauptsponsor beim bisherigen "Baur"-Triathlon einsteigen.

Heike Kunzelmann (AfD) fragte nach, ob man Erkenntnisse über eine Zunahme von elektrosensiblen Leuten und Gesundheitsgefahren der neuen 5G-Technik habe, nachdem der Landkreis ja Teil der Telekom-Initiative zum Mobilfunkausbau ist. Hier gab Wieland lediglich zur Antwort, dass Regiomed keine Forschung betreibe. pp