Kevin Krawietz ist derzeit auf den Tennisplätzen der Welt zu Hause: Zusammen mit seinem Partner Andreas Mies hat er zweimal die French Open im Doppel gewonnen. Der knapp 28-Jährige lebt bei München, hat aber noch gute Erinnerungen an seine Kindheit in Witzmannsberg. Oft wanderte die Familie zu den Querkelsteinen zwischen Hohenstein und Stöppach. "Der interessante Wanderweg ist selbst nur drei Kilometer lang, aber von Witzmannsberg hin und zurück kamen noch mal knapp acht Kilometer dazu. Mit Familie und mit Brotzeit hat mir es immer Spaß gemacht. Eine coole Wanderung."

Krawietz' Weg

Der eigentliche Wanderweg beginnt bei Hohenstein, streift den Schlosspark und einen nahe gelegenen Reiterhof. Die relativ kurze Runde lässt sich mit weiteren Wanderwegen kombinieren, zum Beispiel zur Alten Schäferei bei Ahorn oder in Richtung Seßlach.

Bei den Querkelsteinen handelt es sich um mehrere Felsen, die früher Teil eines Landschaftsgartens waren. Die Herren von Imhof (oder Imhoff), ab dem 18. Jahrhundert Eigentümer von Schloss Hohenstein, ließen im 19. Jahrhundert einen Teil der Felsen bearbeiten. "So entstanden Treppenaufgänge, Grotten, Steinbänke, Reliefs und sogar zwei auf die Felsen gesetzte Holzhütten", heißt es bei Wikipedia.

Angesichts des vergleichsweise jungen Waldbestands ist zu vermuten, dass das Gelände früher weite Ausblicke in die Landschaft ermöglichte. Zwischen den durch beschilderte Wege verbundenen Felsen befinden sich auch einige aus Sandstein gehauene Ruhebänke.

Der Sage nach waren die Querkel, also Zwerge, dafür verantwortlich, dass die Felsen an den Hang kamen. Die Querkel lebten nämlich früher auf oder im Berg und schürften nach Gold. Den Bauern in Stöppach halfen sie bei der Ernte und anderen Arbeiten und ließen sich dafür verköstigen. Aber als ein geiziger Bauer ihnen eines Abends die Brotzeit nicht gönnte, flohen die Querkel aus der Gegend. Vorher schubsten sie noch die Felsen vom Berggipfel in Richtung Stöppach (eine Langfassung der Sage ist unter anderem bei Wikipedia zu finden).

Doch so romantisch dieser Teil des Hohensteiner Forsts auch sein mag: Für das Mitnehmen von Kinderwagen ist der Weg nicht geeignet, und wer ihn gehen und auf den Felsen herumklettern will, sollte entsprechende Schuhe und Kleidung tragen. red