ˆJugendrichter Philipp Förtsch verurteilte wegen gemeinschaftlich begangener gefährlicher Körperverletzung zwei junge Männer vorderasiatischer Herkunft im Alter von 24 und 19 Jahren zu je 100 Tagessätzen zu zehn Euro.
Die Opfer waren zwei Jugendliche aus Zentralasien, die wie die beiden Täter vor eineinhalb Jahren in Deutschland Zuflucht gesucht haben. Opfer und Täter kennen sich flüchtig, weil sie parallele Berufsschulklassen besuchen.
Ein Annafest-Abend war vorbei. Viele Menschen waren noch in der Forchheimer Innenstadt unterwegs. Vier junge Männer saßen auf einer Bank am Paradeplatz, zwei gingen vorbei. "Scheißausländer" wurde gebrüllt. Dem einen Opfer fiel gerade noch ein, was das solle, alle Beteiligten waren ja keine deutschen Staatsbürger.
Ein Wort gab das andere. Aus den verbalen Attacken werden körperliche Angriffe. Ein heimfahrender Zeuge, Rettungsassistent von Beruf, beobachtete das lautstarke Geschehen schon als er von der Nürnberger Straße in den verkehrsberuhigten Bereich einbog. "Es war aggressiv laut", sagte er vor Gericht. "Die haben sich gegenseitig geprügelt. Das Übliche, so eine Platzhirschrangelei", sagte er. Da hatte ein weiterer Zeuge schon Polizei und Rettungswagen alarmiert. Letzerer war schnell zur Stelle, weil er auf dem Heimweg von der Annafest-Rettungswache war.
So stand schnell fest, so der Zeuge, dass die Schlägerei immerhin keine schweren Verletzungen nach sich gezogen hatte.


Große Selbstständigkeit

Auslöser der Streiterei und Prügelei war wohl Alkohol. Die Mengen, die die Täter getrunken hatten, waren nicht sonderlich groß. Es wurde schließlich vermutet, dass die Jugendlichen den Konsum von Alkohol in ihrer Heimat nicht gewohnt gewesen sind.
Trotz des eher jugendtypischen Verhaltens entschied sich der Richter für das Erwachsenenstrafrecht. Denn der bisherige Lebensweg des jüngeren Täters spreche für eine große Selbstständigkeit und Anpassungsbereitschaft. Er konnte der Verhandlung auf Deutsch folgen.
Obwohl ihm ein Dolmetscher zur Verfügung stand, beantwortete er die Fragen des Richters selbst. Für die zwei Opfer stand kein Dolmetscher in ihrer Muttersprache bereit. Aber sie waren in der Lage, den Sachverhalt flüssig zu schildern.