Recht ungewöhnlich war die Anfrage des argentinischen Generalkonsuls bezüglich einer Partnerschaft mit der Kirschengemeinde Los Antiguos in der Provinz Santa Cruz im Süden Argentiniens. "Das ist das südlichste Kirschanbaugebiet der Welt. Die Mitglieder des Marktgemeinderats fühlen sich geehrt, dass der Markt Pretzfeld für eine Partnerschaft infrage kommt", kommentierte die Bürgermeisterin Rose Stark (SPD / Ökologen).


Fehlende Kapazitäten

Wegen der "enormen Entfernung" und des damit verbundenen Kostenaufwands für eine lebendige Partnerschaft möchten sie doch darauf verzichten. Nach Einschätzung des Marktgemeinderats ist der Markt Pretzfeld für eine solche Partnerschaft zu klein und hat zu wenig personelle Kapazitäten. "So eine Partnerschaft wäre schwierig mit Leben zu füllen", sagte Rose Stark.
"Ich finde es schade, dass wir nicht am Wässerwiesenprojekt des Landkreises Forchheim zum Erhalt der traditionellen Bewässerung im Wiesenttal teilnehmen", klagte Pretzfelds Bürgermeisterin Rose Stark in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats.
Das Projekt sei kulturhistorisch relevant, schließlich könnten wichtige Funktionen für den Natur-, Wasser-, Boden-, Luft- und Klimaschutz damit erhalten bleiben. Rose Stark hatte den Marktgemeinderäten bereits vor der Sitzung den Antrag, eine Präsentation und die mögliche finanzielle Beteiligung des Marktes Pretzfeld zugesandt. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 400 000 Euro.
Zehn Prozent der Kosten werden vom Landkreis Forchheim übernommen, 70 Prozent vom Bayerischen Naturschutzfonds, zehn Prozent von den beteiligten acht Gemeinden und zehn Prozent von der Oberfrankenstiftung.


Patt im Gemeinderat

Die Gemeinden müssten insgesamt 40 000 Euro übernehmen. Die jeweiligen Anteile berechnen sich auf Grundlage ihrer Fläche.
Die Gemeindefläche von Pretzfeld macht beispielsweise 30 Prozent aus. In der Folge hätte der Markt rund 12 000 Euro übernehmen müssen. Mit 6:6 Stimmen lehnte der Marktrat die Teilnahme am Projekt allerdings ab. Rose Stark hat nun Sorge, dass damit das gesamte Projekt gestorben sein könnte.
Von Vertretern des Jugendamtes beim Landratsamt Forchheim ist die Gemeinde darauf hingewiesen worden, dass nur sie und eine weitere Gemeinde im Landkreis keine Kindertagesbetreuung für Kinder im Alter unter drei Jahren anbietet. Deshalb beschloss der Marktgemeinderat eine Bedarfsplanung durchführen zu lassen. Außerdem wird ein Planungsbüro mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie beauftragt und es sollen Gespräche mit möglichen Trägern geführt werden.


Neuer Zaun

Für einen neuen Zaun, die Erneuerung und den Ausbau des Fallschutzes und für die Errichtung einer Gartenhütte mit Gesamtkosten von etwa 13000 Euro für den Kindergarten Sankt Franziskus beschlossen die Pretzfelder Räte, die Hälfte der dabei anfallenden Kosten zu übernehmen.