Das für den jetzigen Bedarf überdimensionierte und gleichzeitig marode Pressecker Schulhaus wird saniert, teilweise abgerissen und für einen zusätzlichen Kinderhort umgebaut. "Nächste Woche ist Start", verkündete Bürgermeister Christian Ruppert am Dienstagabend in der Sitzung des Gemeinderats.

Der vergab schließlich die Aufträge für die ersten neun Gewerke des Fünf-Millionen-Projekts, das zu 90 Prozent bezuschusst wird. Abbrucharbeiten von nicht mehr gebrauchten Gebäudeteilen hinter der Turnhalle und im Untergeschoss des lang gezogenen Hauptgebäudes kosten nach dem günstigsten Angebot 98 000 Euro. Wände im unteren Geschoss sollen bereits ab der kommenden Woche abgerissen werden. Auf der gesamten unteren Ebene soll künftig eine weitere Hort-Gruppe eingerichtet werden, nachdem der Kindergarten in der Ortsmitte trotz Anbau schon wieder aus allen Nähten platzt. Dieser weitere Hort wird eine eigene Außenfläche auf gleichem Höhen-Niveau bekommen, die vom künftigen, höher liegenden "Schulhof" mit den Sportanlagen getrennt bleibt.

Der Gemeinderat vergab für das Gesamtprojekt zudem die Aufträge für Rohbauarbeiten (417 000 Euro), für Gerüste (50 000 Euro), für Dach-, Klempner- und Zimmerei-Arbeiten (421 000 Euro), für Fenster (308 000 Euro), für Sonnenschutz (517 00 Euro), für die Heizung (484 000 Euro), für die Elektroinstallation (334 000 Euro) sowie für die Lüftungstechnik (37 000 Euro). Damit sind jetzt laut Timo Simon vom planenden Architekturbüro Drenske in Kulmbach 54 Prozent der Arbeiten vergeben.

Die Kosten entsprechen laut Simon in der Gesamtsumme ziemlich genau den Vorausberechnungen, obwohl sich die Angebote zum Teil erheblich nach oben und nach unten von den Voranschlägen unterschieden haben. Für die weiteren Bauarbeiten und Einrichtungen stehen nun noch 2,3 Millionen Euro zur Verfügung. Die noch ausstehenden Gewerke sind bereits ausgeschrieben.

Starkes Interesse am Friedwald

Einstimmig stimmte der Gemeinderat mehreren geringfügigen Änderungen im Flächennutzungs- und Bebauungsplan für den künftigen Friedwald hinter Schloss Heinersreuth zu, die von den Trägern öffentlicher Belange mittlerweile vorgetragen worden sind. Im Wald hinter dem Schloss entsteht auf zunächst 3,5 Hektar ein Areal, auf dem unter Bäumen Urnen beigesetzt werden können. Träger der Anlage wird der Markt Presseck sein, Betreiber die Reitzenstein/Rotenhan‘sche Forstverwaltung, die bereits zwei Waldfriedhöfe dieser Art in Naila und Issigau unterhält.

Für diese neuartige Bestattungsmöglichkeit bestehe zunehmendes Interesse, betonte Gemeinderat Ludwig von Lerchenfeld, auf dessen Waldgebiet der neue Friedhof entstehen wird. Vorab seien bisher bereits 55 Anfragen allein bei ihm eingegangen. Konkrete Vereinbarungen könnten allerdings erst ab der endgültigen Betriebserlaubnis für die Anlage geschlossen werden.

Weitere Grundstücke werden jetzt im Baugebiet "Am Sonnenhang" erschlossen, teilte Bürgermeister Ruppert mit. Im gleichen Zug wird auch ein zusätzlicher Löschwasserbehälter am Rand des Baugebiets errichtet. Die Tiefbauarbeiten vergab der Gemeinderat nun für 194 000 Euro. Für den Löschwasserbehälter genehmigte der Gemeinderat zwar seinen eigenen Bauantrag, einen Auftrag für den Bau selbst konnte er allerdings nicht vergeben: Nach dessen Ausschreibung ist bisher kein einziges Angebot eingegangen. Nun sollen einschlägige Firmen direkt angesprochen werden. Weiter voran geht die Erneuerung der Wasserleitungen auf Pressecker Gebiet, teilte Bürgermeister Ruppert dem Gemeinderat mit. Die neuen Leitungen werden im Spülbohrverfahren verlegt, so dass hierfür meist keine Gräben gezogen oder Straßen aufgegraben werden müssen. Nachdem es über den genauen Verlauf der bisherigen Leitung keine Aufzeichnungen gebe, sei es gelegentlich schwierig zu vermeiden, dass im Zuge des Neubaus eine alte Leitung "erwischt" und beschädigt wird. Bisher sei das zum Glück nicht geschehen - nicht zuletzt auch aufgrund von Hinweisen von Bürgern, die sich noch erinnern können, wo seinerzeit die Leitung verlegt wurde.

In diesem Zusammenhang lobte der Bürgermeister ausdrücklich den örtlichen Bauhof, der "zurzeit fast schon wie eine Baufirma auf dem gesamten Gemeindegebiet tätig ist" und kurzfristig bei den verschiedenen Bautätigkeiten zuarbeite und mit einspringe, wenn unerwartete zusätzliche Arbeiten plötzlich notwendig sind; zum Beispiel bei der Vorbereitung der Bauarbeiten an der Schule, bei der Instandsetzung des Spielplatzes, beim Kanal am Wartenfelser Feuerwehrhaus und dergleichen. Damit spare der Bauhof auch der Gemeinde eine Menge Kosten.

Deshalb bat er die Bevölkerung um Nachsicht, wenn im Augenblick sonst übliche Arbeiten des Bauhofs, wie zum Beispiel Mähen, vernachlässigt werden müssen.