Die Abwassergebühren in der Stadt Gräfenberg werden aktuell kalkuliert. Ab 1. Oktober werden die Bürger für das Thuisbrunner Satzungsgebiet 2,85 Euro pro Kubikmeter Abwasser, die Gräfenberger 3,28 Euro zahlen müssen.

Während Heiko Kracker (GBL) im Stadtrat vorschlug, auf 3,30 Euro zu runden, um Rücklagen für Investitionen zu bilden, plädierte Lars Laufer (CSU) dafür, das so zu belassen. "Es ist ein Beitragsschock für die Bürger. Die Steigerung beträgt 250 Prozent", erklärte Laufer.

Die aktuelle Abwasserkalkulation stand an, damit der Stadt keine Verluste entstehen, erklärte Bürgermeister Ralf Kunzmann (FW). Schon im alten Gremium wurde versucht, den Zeitraum zu kalkulieren. Ein Dienstleister wurde deshalb hinzugezogen. Aufgefallen ist dann durch Stadträte, dass versäumt worden war, den Zeitraum vor 2020 zu kalkulieren. Ein Defizit von 750 000 Euro ist dadurch entstanden. "Wir haben mehrmals an den kommunalen Prüfungsverband geschrieben, aber bis heute noch keine Antwort erhalten", bedauerte Kunzmann. Schon deshalb sei es ihm wichtig, wie das in Zukunft weitergehe. Werner Wolf (FW) ist ungehalten über das Vorgehen des Prüfungsverbands, denn die Verluste aus den fünf Jahren müssten rechtlich geklärt werden. "Es ist bedauerlich, dass der bayerische Prüfungsrat nicht in der Lage ist, innerhalb eines halben Jahres zu beurteilen, wie man mit den Verlusten umgeht", sagte Wolf. Wenn die Verwendung der Sonderrücklagen ins Gespräch komme, müssten auch die Verluste thematisiert werden.

Diese Sonderrücklagen in Höhe von 59 000 Euro einzubeziehen, kam als Alternative der Gebührenberechnung ins Gespräch. Aber es sind viele Investitionen und Aufgaben zu bewältigen. Alleine die vorgeschriebene Befahrung der Hausanschlüsse und die Kartierung kosten 340 000 Euro.

Und dann steht noch die Sanierung der Kläranlage in Pettensiedel an und auch damit höhere Kosten für den Abwasserzweckverband obere Schwabach. Der Gräfenberger Anteil für den Zweckverband beträgt derzeit 300 000 Euro, der Thuisbrunner Anteil 100 000 Euro.

Sollen nun die Sondereinlagen hinzugezogen werden oder nicht? Dann würde der Gräfenberger Preis 2,79 Euro betragen. "Wir werden auch künftig um eine Gebührenanpassung nicht herumkommen", sagte Kracker. Zwei Cent, um ein Polster aufzubauen, fand Werner Wolf fraglich bei den anstehenden Unterhaltsmaßnahmen und Investitionen. Über die Berechnung des Kämmerers wurde abgestimmt. Der Gräfenberger Preis wurde mit zwei Gegenstimmen, der Thuisbrunner mit vier Gegenstimmen beschlossen.