Portionsweise abgepackte Marmeladen, Honig und Nutella, kleine Butter einzeln in Folie ummantelt sowie verschiedene Joghurtsorten im Plastikbecher - im Hotel herrscht Ernüchterung, was mein Plastikfasten-Selbstexperiment angeht. Will ich beim Frühstück im Hotelrestaurant nicht verhungern und gar Lebensmittel fasten, muss ich da wohl durch. Was zuhause relativ einfach schien, ist in einer Woche Urlaub plötzlich nicht mehr machbar. In den vergangenen Wochen habe ich in meinem eigenen Kühlschrank (fast) kein Wegwerfplastik mehr verstaut. Joghurt, Milch und Marmelade habe ich brav im Glas gekauft. Lediglich, als wir meine Familie zum Essen eingeladen haben, musste ich gegen mein eigens auferlegtes Plastikverbot verstoßen. Aber dazu später mehr.

Ein paar Tage Erholung, Wandern in den Bergen und Sightseeing im Allgäu - toll! Doch wie schwer ist bitte die Glasflasche in meinem Rucksack? Selbst nachdem ich sie ausgetrunken habe - das schwere Glas muss wieder mit ins Tal.

Plastik-Sehnsucht

Ein bisschen sehne ich mich nach einer leichten Plastikflasche. Einen Vorteil haben die Einwegflaschen in dieser Hinsicht ja schon. Und so kommt es, wie es kommen muss. Am nächsten Tag kaufen wir - mein Freund und ich - Wasser in der PET-Flasche, die wir anschließend mit Wasser aus der Leitung wieder auffüllen. Ich freue mich über mein leichteres Gepäck, ärgere mich aber auch ein wenig darüber, dass der Selbstversuch im Urlaub nicht so recht funktionieren mag. Denn es bleibt nicht der einzige Rückfall. Nach einem schweißtreibenden Aufstieg zum Schloss Neuschwanstein lockt ein Kiosk mit Eis. In Plastik. War klar. Trotzdem kann ich der Versuchung nicht widerstehen. Eine Eisdiele, die eine Kugel in der Waffel anbietet, ist leider weit und breit nicht in Sicht. Schade! Aber wie sagt man so schön: Im Urlaub muss man sich auch mal was gönnen.

Ist das Experiment gescheitert? Schon am Tag vor unserem Kurztrip musste ich meine "Joker" aufbrauchen und "Fastenbrechen". Meine Familie hat sich zum Besuch angekündigt. Unsere Gäste verlangten nach unserer leckeren selbstgemachten Pizza. Und da muss ordentlich Mozzarella drauf. Zum Überbacken.

Vier Mal Plastikalarm

Insgesamt endete der Besuch mit vier Plastikverpackungen. Mozzarella, Rucola, Vanille-Eis und Erdbeeren für den Nachtisch trugen dazu bei. Und so wurden nicht nur meine Gäste satt, sondern auch der Gelbe Sack (ich wohne in Bamberg) bekam wieder etwas "Futter".

Wie ich bereits in der vergangenen Woche geschrieben habe: Plastik ist komfortabel! Gerade im Urlaub merke ich das schneller als zuhause. Dort hat sich erstaunlich schnell eine Routine eingeschlichen, auch wenn ich einige Produkte vermisse. Zu meiner Lieblingsschokolade, Mozzarella, Klopapier, Taschentüchern, Haarspray und weiteren Kosmetikartikeln habe ich noch keinen adäquaten Ersatz ohne Plastik gefunden. Doch dazu mehr in meinem Fazit zum Plastikfasten in der kommenden Woche. Dann möchte ich außerdem auf einige Fragen von Ihnen eingehen, die Sie mir per Email gestellt haben. d.neupert@infranken.de