Stell dir vor, das Freibad ist offen - aber der Bereich für Kinder ist gesperrt. Dies galt bis Freitag fürs Aquaria - jetzt nicht mehr. Zumindest das Planschbecken und der Wasserlauf sind nun wieder befüllt und können genutzt werden, wenn das Wetter es zulässt.

Am Freitagvormittag war jedenfalls kaum jemand im Becken - bis auf Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD), SÜC-Hauptabteilungsleiter Joachim Gronau und Bad-Betriebsleiter Jörn Kirchner, die das Planschbecken wieder freigaben. Laut Sauerteig hatten sich etliche Familien mit Kindern an ihn gewandt mit der Bitte, den Kinderbereich doch nutzbar zu machen.

Dass dieser bislang geschlossen war, hatte mehrere Gründe, wie Aquaria-Betriebsleiter Jörn Kirchner erläutert. Zum einen sei lange nicht klar gewesen, ob dieser Bereich angesichts der Pandemie-Einschränkungen öffnen darf. Im vorigen Jahr war das zum Beispiel nicht der Fall. Hinzu kommt ein technisches Problem: Der Kleinkindbereich ist wassertechnisch an das Wellenbecken angeschlossen. Doch die "Welle" kann nicht in Betrieb genommen werden, weil das ganze Becken sanierungsbedürftig ist.

Wie Kirchner berichtet, wurden zwar nach dem Ende der Saison 2019 die Filter des Wellenbeckens renoviert. Doch bevor das Becken in Betrieb gehen kann, müssen diese Filter erst getestet werden. Das geschah 2020 aber nicht - wegen Corona. Denn im Vorjahr waren die Einschränkungen für die Schwimmbäder noch etwas strenger als in diesem Jahr. Und auch in diesem Jahr sei es wegen der Corona-Bestimmungen nicht möglich, "die Welle" zu öffnen, betont Kirchner.

Aber selbst wenn Corona die Benutzung des Beckens zulassen würde und wenn die Filter wie vorgesehen funktionieren würden - nutzbar ist das Becken nicht. "Die Fliesen", sagt Kirchner lakonisch. Diese Schäden seien "nicht so einfach" zu beheben. Denn der Beckenkörper sei so schadhaft, dass sie ohnehin nicht lange halten würden. Deshalb werde man das Becken demnächst von einem Fachmann begutachten lassen, ob sich für den ganzen Badbereich nicht ein neues Konzept finden lasse.

Denn: Wellenbecken, das direkt angeschlossene Kinderbecken, Kleinkindbereich, Spiel- und Sportbereich und WC-Anlagen hängen technisch alle zusammen. Kirchner redet davon, "zusätzlichen Mehrwert" zu schaffen für diesen Bereich - zum Beispiel den, dass das Wellenbecken länger oder öfter in Betrieb sein kann als die "20 bis 30 Tage" im Jahr, die die Wellenmaschine bisher lief. Becken und Technik stammen aus dem Jahr 1973, sagt Kirchner. Es gehe also um die Frage, ob man bei einer Sanierung des Beckens nur den bisherigen Zustand wieder herstelle oder Verbesserungen für die Besucher damit schaffe.

Wann wird was saniert?

Und ab diesem Punkt wird es richtig kompliziert: Kirchner zufolge soll der Freibadbereich möglichst komplett nutzbar sein, wenn das Hallenbad saniert wird. Dafür wurden der SÜC beziehungsweise der Stadt Fördermittel zugesagt, aber noch nicht freigegeben. Es brauche jedoch noch "eine Menge Papierkram", sagt Kirchner. Jedenfalls kann er noch nicht sagen, wann welcher Bereich wegen Bauarbeiten gesperrt sein wird.

Alles in allem sieht die Situation im Aquaria jetzt so aus: Das Wellenbecken ist zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllt, um das Planschbecken zu versorgen, aber für die Nutzung gesperrt. Kinder und große Nichtschwimmer können aber das Erlebnisbecken in der Halle nutzen. Dort regelt eine Ampel den Zugang: Ist's rot, darf keiner mehr rein. So soll gewährleistet werden, dass die Badegäste auf Abstand bleiben können.

Sportliche Schwimmer können das Außenbecken nutzen. Das 25-Meter-Becken und das Lehrschwimmbecken in der Halle ist derzeit für Schwimmkurse von SVC, AWV und VHS reserviert.