Die Fraktion von Frauenliste und Bündnis90/Die Grünen (FL/Grüne) hat für die nächste Stadtratssitzung am 17. August beantragt, die bisherigen Planungsarbeiten für die Sanierung der Spitalbrücke als Spannbetonbrücke zu stoppen. "Unter Berücksichtigung veränderter Rahmenbedingungen und dem Hochwasserschutz sollen erneut mögliche Alternativen bei der Fortführung der Planung berücksichtig werden. Sie sollen auf ihre Umsetzung hin geprüft und in ein verändertes Planvorhaben überführt zu werden", heißt es wörtlich.

Nicht alternativlos

Zur Begründung wird angeführt, dass der geplante Neubau der Spitalbrücke, der mit 120 Jahren ältesten Kronacher Brücke, das malerische "Tor zur Innenstadt" auf Dauer nicht korrigierbar negativ verändern würde. Die in Aussicht gestellte hohe Bezuschussung und der Hochwasserschutz hätten den Blick verstellt, auf immer wieder geäußerte Bedenken einzugehen und die Fragen nach der Sinnhaftigkeit eines solchen Bauwerks in der heutigen Zeit zu stellen. Dass die beiden ortsbildprägenden Kastanien dem Neubau zum Opfer fallen sollen, habe die Probleme dieses Bauwerks schlagartig in den Vordergrund gerückt und gezeigt, dass die derzeitige Planung nicht alternativlos ist.

? "Braucht Kronach an dieser Stelle eine Brücke für den seltenen Schwerlastverkehr, der auch über die Johann Nikolaus Zitter Str. das Stadtzentrum erreichen kann?", fragen Fraktionsvorsitzender Peter Witton, Elisabeth Hoffmann (beide Bündnis 90/Die Grünen) und Martina Zwosta (Frauenliste). "In Altstadthäusern werden zunehmend Risse durch den Lastwagenverkehr beklagt. 120 Jahre waren 3,5/18 Tonnen Zulassung ausreichend, würde nicht jetzt eine Stabilität für Feuerwehrfahrzeuge ausreichen?" ? Der Hochwasserschutz sei extrem wichtig, heißt es weiter. Es sollte ein Experte des Wasserwirtschaftsamtes in den Stadtrat eingeladen werden, der die Möglichkeiten (z.B. Flutmulde zur Freibordreduzierung) erläutert und Notwendigkeit der Hochwassergrenze + 50 cm Freibord begründet. Zwar gebe es durch die Klimaveränderung keine Eisbrüche und bald auch keine schneebedingte Hochwassergefährdung mehr, jedoch die Gefahr durch Stärkst-Regen bleibe in veränderter Form bestehen. Bei dieser veränderten Gefahrenlage mache dies ein neues Gesamtkonzept der Hochwassermaßnahmen flussaufwärts von Kronach erforderlich.

Auch verweist man auf die Vision, die Innenstadt verkehrsberuhigt, lebenswert und liebenswert zu gestalten. Bei der Neuplanung müsse ein Bauwerk entstehen, das in idealer Weise Notwendigkeit, Zweckmäßigkeit, Ensembleschutz mit einer erheblichen Einsparung von Steuergeldern verbindet. red