Zwei Stummfilme mit Live-Klaviermusik von Christoph Wünsch kann man am Donnerstag, 7. Oktober, um 19.30 Uhr im Kammermusiksaal im Steingraeber Haus Bayreuth erleben. Gezeigt werden die Filme "Dog Shy" und "Limousine Love" von Charley Chase.

Charley Chase war kein einfacher Slapstick-Komiker, sondern er prägte eher eine Form der Situationskomödie, in der er meist als ein schüchterner, nervöser Durchschnittsbürger oder als jugendlicher Draufgänger auftritt. 1893 geboren, gehörte er zur ersten Generation der amerikanischen (Stumm-)Film Comedians; er war aber auch Regisseur, Drehbuchschreiber und Produzent.

In peinlichen Situationen

Seine Zweiakter, die er Mitte der zwanziger Jahre drehte, schlachten sehr effektiv Geschichten aus, in denen Chase in peinliche und immer verwickeltere Situationen gerät. So ist auch "Limousine Love" umwerfend komisch: Chase muss auf der Fahrt zu seiner eigenen Hochzeit plötzlich entdecken, dass sich auf dem Rücksitz seines Autos eine nackte, wildfremde Frau befindet.

In "Dog Shy" spielt er einen jungen Mann, der seit seiner Kindheit panische Angst vor Hunden hat. Wieder einmal "auf der Flucht" landet er in einer Telefonzelle, wo ihm aus dem Hörer das Weinen einer Frau entgegentönt. Als sie ihm erzählt, dass sie mit einem Unbekannten verheiratet werden soll, will er sie retten, gelangt per Zufall als Butler in ihr Zuhause und sorgt dort für eine Reihe von Verwirrungen und komischen Situationen.

Die Musik zu "Limousine Love" wurde 2000 für das Stummfilmfestival Bielefeld, die Musik zu "Dog Shy" für die Aufführung beim Internationalen Filmwochenende Würzburg 2004 geschrieben und später für Klavier und computergesteuerte Klavierklänge bearbeitet. Der Computer ermöglicht es, Eigenschaften der beiden Instrumente zu verbinden, mit denen man ursprünglich Stummfilme musikalisch begleitete: vom Klavier kommen die Klangfarben (teilweise bearbeitet, verfremdet), von der Kinoorgel das Prinzip, mehrere Klangfarben und musikalische Ebenen gleichzeitig wiederzugeben.

Christoph Wünsch ist Komponist, Pianist und Professor für Musiktheorie an der Hochschule für Musik Würzburg. Neben seiner klassischen Ausbildung betrieb er intensive Jazzstudien, u. a. bei dem Pianisten und Arrangeur Bill Dobbins (Eastmen School of Music).

Im Oktober erfolgt die Uraufführung seiner neuesten Komposition (für zwei Klaviere und zwei Schlagzeuger) in Brüssel; dieses Konzert wird am 7. Dezember im Steingraeber Haus Bayreuth wiederholt.

Karten im Vorverkauf gibt es zu 28 Euro. Schüler und Studierende fünf Euro, Eintritt frei für Kinder unter 14 Jahre in Begleitung Erwachsener. red