Fünf prächtige Kirchen, ebenso viele Orgeln und sechs namhafte Interpreten aus der Region sowie dem In- und Ausland - eines der beliebtesten Musikereignisse der Rhön steht in den Startlöchern. Nach der Corona-Zwangspause nimmt die Orgelkultur langsam wieder Fahrt auf. Für die Orgel war 2021 ein besonderes Jahr, ist die Orgel doch von den Landesmusikräten zum Instrument des Jahres erwählt worden. Zudem hat schon 2017 der Zwischenstaatliche Ausschuss den Orgelbau und die Orgelmusik in Deutschland in die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Zum Auftakt erklingt am 26. Juni um 17 Uhr die mächtige Hoffmann & Schindler-Orgel der Oberstreuer Pfarrkirche St. Andreas in einem Orgelkonzert, das der renommierte Bad Kissiniger Stadtkantor Burkhard Ascherl spielen wird. Zur Aufführung kommen dabei unter anderem Werke von Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart. Dabei wird auch das weltweit größte, je in eine Orgel eingebaute Glockenspiel aus der weltberühmten Manufaktur Schiedmayer zu hören sein.

Novum bei der Veranstaltung

Ein absolutes Novum in der Geschichte des Rhöner Orgelsommers ist das Prüfungskonzert von Alexander Rohm in der Stadtpfarrkirche in Münnerstadt am Sonntag, dem 3. Juli, um 17 Uhr. Dieses Konzert findet in Zusammenarbeit mit der Berufsfachschule für Musik in Bad Königshofen statt und markiert gleichzeitig den Studienabschluss des Organisten.

Dass das Publikum an einer Prüfung teilnehmen kann, ist an sich schon außergewöhnlich. Exklusiv bringt der Berufsfachschüler einen Schulkollegen aus Mexiko mit. Luis Enrique Pérez Martinez wird das Konzert mit virtuosen Werken für Querflöte und Orgel bereichern. Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei.

Poesie trifft auf Orgelpfeifen

Neu im Orgelprogramm des Festivals ist die historische Wilhelm Hey-Orgel aus dem Jahr 1880 in der katholischen Dorfkirche St. Antonius von Padua in Brüchs bei Fladungen. Am Freitag, dem 8. Juli, um 19 Uhr musizieren hier der namhafte Berliner Tenor Kim Schrader und der Festivalleiter, Regionalkantor Peter Rottmann, Werke für konzertierende Orgel und Gesang aus Italien, analog zum Namen des Kirchenpatrons. Um das Instrument noch von einer anderen Seite zu beleuchten, wird Karin Rottmann-Hagen poetische Texte vortragen, bei denen die Orgel und ihre Musik im Mittelpunkt steht.

Natur auf der Orgel

In Zusammenarbeit mit dem vom 8. bis 10. Juli stattfindenden Münnerstädter Stadtfest erklingt die weithin bekannte und beliebte Orgel der Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena in einem ganz besonderen Orgelkonzert am Sonntag, dem 10. Juli, um 17 Uhr. Peter Rottmann spielt dabei keine gewöhnliche Orgelmusik, sondern Kompositionen, in denen Naturschilderungen wie heranziehende Gewitter, Seestürme samt untergehenden Schiffen, Stimmungen im Gebirge sowie musikalische Schilderungen von Bibelszenen die Hauptrolle spielen. Das Publikum wird dabei die Orgel so erleben, wie es sie noch nie gehört hat.

Am Freitag, 15. Juli, 19 Uhr, lässt sich dann der Bad Neustädter Dekanatskantor Matthias Braun mit einem erlesenen Programm mit Orgelmusik aus England, Frankreich und Deutschland auf der imposanten Hey-Orgel der Stadtpfarrkirche St. Kilian in Mellrichstadt erleben. Dort steht ein prächtiges Orgelwerk der Urspringer Orgelbaufirma Hey, das auf drei Stellen im Raum verteilt ist und somit ein dreidimensionales Klangerlebnis möglich macht.

Trompete trifft auf Orgel

Ebenfalls neu im Orgelkanon des Rhöner Orgelsommers ist die Krieger-Orgel in der Pfarrkirche St. Josef der Bräutigam in Schönderling. Dort endet der Orgelsommer am Sonntag, dem 18. Juli, um 17 Uhr mit einem festlichen Konzert für Trompete und Orgel. Dabei erklingt die Orgel, die erste, die Regionalkantor Peter Rottmann im Rahmen seiner Tätigkeit als Orgelsachverständiger konzipiert hat, mit barocken Werken aus Frankreich und Deutschland.

An der Trompete ist der weit über die Grenzen der Region bekannte Trompetenvirtuose Jürgen Weyer aus Bad Neustadt an der Saale zu hören. Gemeinsam spielen sie Werke von G. Fr. Händel, Ph. Telemann, R. Delalande und V. Rathgeber.

Vielfalt im Fokus

Für die Zuhörer bieten die Konzerte die Möglichkeit, die Vielfalt der Rhöner Kirchen mit ihren charakteristischen Orgeln in einem abwechslungsreichen und leicht zu hörenden Programm zu erleben.

Aufgrund der pandemischen Lage muss der Veranstalter entgegen den früheren Gewohnheiten Eintritt verlangen. Jedoch konnte der Eintrittspreis dank der Sponsoren erfreulich niedrig gehalten werden.

Schüler und Studenten erhalten einen ermäßigten Eintrittspreis. Diese Karten sind nur an der Konzertkasse, die circa eine Stunde vor Konzertbeginn öffnet, erhältlich.

Veranstalter ist das Regionalzentrum für Kirchenmusik Bad Kissingen, Kapellenstr. 9, 97688 Bad Kissingen (Telefonnumer: 0971/1448) in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Förderung der Orgel- und Kirchenmusik (GeFO e. V.), Ansprechpartner ist Peter Rottmann, der künstlerische Leiter. red