Heike Beudert

Im Rahmen einer Leiterausbildung der Pfadfinder Genesis Nord (nördlicher Teil der Diözese) hat der Münnerstädter Toni Hiller referiert. Bestandteil der Schulung war ein Geschichtsmodul. Toni Hiller, der mit 88 Jahren immer noch den Pfadfindern verbunden ist, berichtete über die Anfänge der Münnerstädter St. Georgspfadfinder nach dem 2. Weltkrieg.

Weil die Schulung wegen Corona online gehalten wurde, wagte sich auch der 88-jährige Referent an die neue Technik und beteiligte sich mit Unterstützung seiner Enkelin Sophia Gopp, ebenfalls eine Pfadfinderin, an der digitalen Konferenz.

Hiller berichtete, dass zur Gründung der Jugendgruppe 1947 eine Lizenz benötigt wurde. Diese liege heute im Stadtarchiv in Münnerstadt. "Wir waren damals einer der ersten Pfadfinderstämme im Land Würzburg", so Toni Hiller. 37 Jugendliche gehörten zur Gruppe, die unter geistlicher Leitung des von P. Wolfram Rosenkranz stand. Karl Halboth war der erste Stammesführer.Von 1950 bis 1955 und nochmals von 1961 bis 1965 war auch Toni Hiller Stammesführer.

Er war 15 Jahre alt, als die Gruppierung gegründet wurde. Er erzählte von der Bannerweihe im Junk 1947 und der ersten Ferienfahrt im Sommer des gleichen Jahres ins Allgäu. Geschlafen wurde in einem Tanzsaal auf Feldbetten.

Freundschaft hatten die Münnerstädter nach Angaben von Toni Hiller mit den amerikanischen Pfadfindern in Bad Kissingen geschlossen. Hiller bekam damals von dieser Gruppierung eine goldene Anstecknadel für sein Ehrenamt.

Toni Hiller freute es, dass sich die Pfadfindertradition in Münnerstadt bis auf den heutigen Tag hält. "Es war eine herrliche Zeit, sich mit den Jugendlichen zu beschäftigen", ist das Fazit des altgedienten Pfadfinders.