Kronach —  Reichlich Neues ergab sich im Ev.-luth. Dekanat Kronach-Ludwigsstadt seit der letzten Dekanatssynode vor einem Jahr. Große Veränderungen ergaben sich vor allem bei den Personalien, worauf dann auch stellvertretende Dekanin Kristine Wachter den Fokus ihres Jahresberichts legte.

"Dekanin Dorothea Richter ging schneller in den Ruhestand als erwartet", erinnerte Wachter an die ganz im Zeichen des Abschieds stehenden Dekanatssynode 2019. Seitdem oblagen ihr sowie dem Dekanatsausschuss die Geschäfte des Dekanats. Auch Pfarrer Gerald Munzert, der die Pfarrstelle in Schmölz innehatte, ging zum 31. Juli 2020 in den Ruhestand. Seine Vertretung nehmen die Pfarrer Andreas Krauter und Andreas Heindl wahr. Pfarrerin Alina Ellgring wechselte an die Berufsschule. Sie hatte bis August 2020 die Pfarrstelle Fischbach inne und wird nun von Pfarrer Matthias Rückert vertreten. Ellgring bleibt weiterhin Seniora des Pfarrkapitels und somit als Kollegin erhalten.

Die bisher von Pfarrer Reinhold König geschulterte Vakanz-Vertretung der ersten Pfarrstelle in Küps hat Pfarrer Hans-Peter Göll übernommen. Beiden standen die Pfarrer Christian Pohl und Alexander Caesar bis August 2020 zur Seite. Kristine Wachter selbst hat noch die Vakanz-Vertretung für Tettau.

"Die Kronacher Kollegen mussten auch die von Jugenddiakonin Annette Teille freigegebene Stelle überbrücken", führte Wachter aus. Letztes habe jedoch einen wunderbaren Grund; durfte sich diese doch mit ihrem Ehemann, Pfarrer Christoph Teille, über die Geburt ihres Sohnes Simon freuen. Erfreulicherweise konnte die Stelle bereits ab 1. September dieses Jahres mit Jugenddiakon Matthias Bär neu besetzt werden.

Eine große Umstellung stellte der Umzug des Dekanats in das Gemeindehaus und wieder zurück in die Friedhofsstraße dar, was gerade auch den beiden Sekretärinnen Helen Wich-Herrlein und Michelle Endres viel abverlangt habe. Ab März sei man von Corona überrollt worden. Neben vielen Schwierigkeiten habe man auch Schönes erleben dürfen - wie Video-Gottesdienste aus Kronach bzw. bei TVO, kreative Ostergrüße sowie - trotz aller Auflagen - mit großem Einfallsreichtum begangene, festliche Verabschiedungen, Konfirmationen und Kirchweihen. "Auch an Weihnachten werden wir wieder sehr gefordert sein", zeigte sie sich sicher.

Ulrike Schorn und Markus Müller stellten sich noch einmal persönlich vor, nachdem ihre Einführung in Ludwigsstadt und Kronach Corona-bedingt nur mit reduzierten Plätzen erfolgen konnte. Das Theologen-Ehepaar war seit 2005 im mittelfränkischen Gutenstetten und Reinhardshofen tätig. Ulrike Schorn ist in Nürnberg geboren und in einem Pfarrhaus groß geworden. Sie war Vikarin in Würzburg; vorher promovierte sie im Fach Altes Testament in Erlangen. Markus Müller, geboren in Dietersheim, schrieb seine Doktorarbeit im Fach Neues Testament ebenfalls in Erlangen, wo sich die beiden auch kennenlernten. Er war im Kirchenkreis Nürnberg Beauftragter für Lektoren und Prädikanten sowie zudem seit September 2016 Pfarrer in der Kirchengemeinde Münchsteinach.

Freundlich und aufgeschlossen

"Dass die Oberfranken verschlossen und zurückhaltend sind, stimmt überhaupt nicht", lobte die Dekanin, die die Menschen hier als freundlich, hilfsbereit und aufgeschlossen kennengelernt habe. Das Ehepaar teilt sich die Stelle durch die Verteilung der Aufgaben. Beide stehen mit jeweils einer Viertelstelle der Kirchengemeinde Küps zur Seite.

Schorn ging auch auf die Neugestaltung der Jugend- und Konfirmandenzeit im Dekanat ein. Die Initiative unter Federführung von Dekanatsjugendpfarrer Andreas Krauter will Jugendliche begleiten und an die Konfirmation heranführen. Dabei sollen aber nicht mehr wie bisher feste wöchentliche Präparanden-Treffen stattfinden, sondern die Vorbereitung soll sich mehr an der Jugendarbeit orientieren. Das Pilotprojekt zusammen mit der evangelischen Landjugend wird von der Kirche gefördert. Eine Mitarbeiterin wird hierfür zehn Stunden im Dekanat tätig sein. Der Auftakt ist in Küps. Das Projekt wird vor allem die südliche Schiene umfassen, nachdem dies ja im Landkreis-Norden weitgehend schon so praktiziert werde.

Im zweiten Teil der Versammlung informierte der Dekan über Leitpunkte zum Prozess "Profil und Konzentration" sowie über die Landesstellenplanung 2020. Gemeinsam wurde "ein buntes Mosaik" des Dekanats zusammengefügt.

Die Präsidiumsmitglieder der Dekanatssynode, Horst Moser und Thomas Rebhan, hatten eingangs alle Teilnehmer begrüßt. Eröffnet wurde die Zusammenkunft von der Dekanin mit einer Bildbetrachtung des berühmten Mosaiks in der Kirche Sant'Apollinare, südlich von Ravenna. Das Mosaik der Apsis zeigt eine Darstellung der Verklärung, in der Christus erstmals durch ein Kreuz symbolisiert wird.