PDie Graf-Botho-Schule in Pottenstein ist die modernste Schule Bayerns. Dieser Überzeugung sind Schulleiter Marco Speckner, Bürgermeister Stefan Frühbeißer (CWU/UWV) und Manuel Karge von der Firma "Wende interaktiv" aus Eckental die dafür gesorgt hat, dass alle 16 Klassenräume zu "hybriden Klassenzimmern" wurden.

Dadurch ist es möglich, dass die Schüler auch von zuhause aus per Videokonferenz in ihren "virtuellen Klassenzimmer" am eigenen PC mitarbeiten können: gerade in Zeiten von Corona ein unschlagbarer Vorteil.

Dafür hat die Stadt Pottenstein über 160 000 Euro investiert und vom Freistaat Bayern dafür noch 140 000 Euro Fördermittel bekommen. Die Planungen, damit die Pottensteiner Schule für das digitale Zeitalter gut gerüstet ist, begannen schon vor einem Jahr, als Corona noch gar kein Thema war. Denn durch das Bürgernetz Pottenstein wurde ein hochleistungsfähiger Glasfaseranschluss an die Schule verlegt, und die Klassenräume waren ohnehin schon seit der Schulsanierung miteinander verkabelt.

In vier Tagen erledigt

Man musste nun also nur noch die entsprechende digitale Ausstattung mit Hard- und Software installieren, was innerhalb von nur vier Tagen über die Bühne ging. Und man konnte sich dafür dank des eigenen EDV-Experten im Rathaus, Andreas Berner, auch die Ausschreibung durch ein Ingenieurbüro sparen. Seit einem Jahr arbeitet Berner an der Erstellung des Medienkonzepts, nicht nur für die Schule, auch für das Rathaus.

"Das machen wir alles bei uns im Rathaus selbst", sagt Bürgermeister Frühbeißer mit Stolz auf seine Mitarbeiter. "Viele wissen gar nicht, was das für ein Aufwand im Hintergrund ist." Damit meint Frühbeißer nicht nur die neue IT-Ausstattung sondern wegen Corona zum Beispiel auch die Schülerbeförderung.

Denn die Pottensteiner Schule gehört zum Schulverbund mit Gößweinstein, Pegnitz und Creußen. Schüler aus Pottenstein besuchen die Gößweinsteiner Mittelschule , um dort im M-Zweig die Mittlere Reife zu machen. Umgekehrt gehen Schüler aus Gößweinstein oder Obertrubach in Pottenstein zur Schule, um den Qualifizierenden Hauptschulabschluss zu erreichen.

Verzögert hat sich das Ganze auch wegen des Lockdowns, als plötzlich die Grenzen dicht waren oder Arbeiter aus dem Ausland in Quarantäne mussten. Andere Schulen, wie zum Beispiel das Gymnasium Fränkische Schweiz in Ebermannstadt, sind bereits digital sehr gut aufgestellt, haben aber noch keine hybriden Klassenzimmer, weil die Kameras dafür fehlen.

Ähnlich gut ausgestattet ist auch schon die Grundschule in Pegnitz, aber eben noch ohne Kamerasystem. Für Rektor Speckner liegt der große Vorteil vor allem auch darin, das alle 16 Klassenzimmer nun identisch ausgestattet sind. Das werde von den Schülern und Lehrern jetzt schon sehr gut angenommen. "Wir digitalisieren nicht für die Lehrer, sondern für die Schüler", betont Speckner.

Man habe nun überall eine Hightech Klassenzimmerausstattung mit 86 Zoll großen Panels die auch wie eine Tafel benutzt werden können, und mit denen man natürlich auch ins Internet kann. Bei der Telekom wurden zwei mal 250 Megabits gebucht. Das sei bisher völlig ausreichend, sagt Schulleiter Speckner.

Einheitliche Systeme wichtig

Und es ist sogar möglich, von Zuhause aus mit dem jeweiligen Lehrer mit Bild und Ton zu kommunizieren oder mit der ganzen Klasse. Landrat Florian Wiedemann (FW), selbst ehemaliger Lehrer, war begeistert. "Unterschiedliche Systeme werden nicht zum Erfolg führen", ist sich Wiedemann sicher und betont, dass das Ganze nur dann Sinn mache, wenn man den Unterricht umstellt und die neue Technik dauerhaft benutzt.

Die Lebensdauer der neuen Panels liegt bei 11,5 Schuljahren und mit abgeschlossen wurde auch ein Fünf-Jahres-Vorortservice.

Die nächsten Schule im Landkreis Forchheim die mit dieser Technik ausgestattet wird ist die Mittelschule in Gräfenberg. Auch dort sollen alle 13 Klassenzimmer hybrid werden.