Ein fränkischer Osterbrauch aus der Gegend um Nürnberg ist das "Hosagärtla" bauen. Hier bereiten Kinder für Ostern einen kleinen Garten für den Osterhasen vor, in der Hoffnung, dass er viele Eier und süße Überraschungen hineinlegt. Das Gärtchen hat einen kleinen Zaun aus Aststückchen, die direkt in den Boden gesteckt werden, und wird dann mit Moos oder Sägespänen ausgelegt.

Im Fränkischen Freilandmuseum des Bezirks Mittelfranken in Bad Windsheim können Kinder von Gründonnerstag, 18. April, bis Karsamstag, 20. April, ab 13 Uhr kleine transportable "Hosagärtla" anfertigen und mit nach Hause nehmen. Dazu werden Nägel in eine Holzscheibe geklopft und umwickelt, so dass ein kleiner runder Garten entsteht, heißt es in einer Pressemitteilung der Museumsverwaltung.

Bunte Eier aus Naturfarben

Nebenan im Bauernhaus aus Mailheim brodelt es wie in einer kleinen Hexenküche. Kinder und Erwachsene sind über Töpfe gebeugt, aus denen Wasserdampf steigt. Schon seit Wochen wurden Zwiebel- und Walnuss-schalen gesammelt. Wer weiß schon, dass Zwiebelschalen die Eier violett färben können, wenn man sie nur lange genug darin liegen lässt? Walnussschalen geben weißen Eiern einen zarten Gelbstich, wenn sie nicht allzu lange darin köcheln, und ein paar getrocknete Heidelbeeren färben die Eier blau. Anschließend werden die Eier traditionell mit Speckschwarten glänzend gerieben und können gegen einen kleinen Obolus mit nach Hause genommen werden.

Am Ostersonntag, 21. April, dürfen Kinder im Museumsgelände zwischen den Häusern von 9 bis 13 Uhr Ostereier suchen - über 1500 Bio-Eier sind im Museum versteckt. Im Kleinkinderbereich können auch die Jüngsten etwas finden.

Am Ostersonntag, 21., und Ostermontag, 22. April, stellt sich für Kinder ab 14 Uhr eine schwierige Frage: lieber eine Königin besuchen oder österliche Motive schablonieren? Der Museumsimker lädt am Schulhaus aus Pfaffenhofen zu einem Besuch bei der Bienenkönigin, und im Bauernhaus aus Mailheim entstehen österliche Motive mittels Schablonen-Technik.

Offene Führungen

In den Bauernstuben werden vom 20. bis 22. April von 10 bis 18 Uhr unterschiedlichste Verzierungsarten für Ostereier vorgeführt. Ob gefärbt, graviert, perforiert oder kunstvoll be-malt - die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig und reichen von traditionell bis modern. Dazu wird auch handwerklich hergestellter Osterschmuck zum Kauf angeboten.

Am Karfreitag, 19. April, wird eine Führung durch die Ausstellung "Griffel, Füller, Tintenkiller: Volksschulen im ländlichen Bayern 1945-1970" angeboten, am Ostersonntag, 21. April, die Führung "Hase, Lamm und Huhn - Tiere im Museum" und am Ostermontag, 22. April, die Führung "Häuser aus Franken". Start der kostenfreien Führungen ist jeweils um 11 Uhr an der Museumskasse, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der normale Museumseintritt muss allerdings bezahlt werden. Handwerkervorführungen zur Imkerei werden am Ostersonntag und Ostermontag, 21. und 22. April, von 11 bis 14 Uhr gezeigt. Museumsimker Josef Kopelent führt Imkertätigkeiten vor und erklärt die Bedeutung der Bienen für unsere Umwelt. Treffpunkt ist am Bienenhaus hinter dem Schulhaus aus Pfaffenhofen in der Baugruppe West. red